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Eine Frau nimmt grausam Rache

Mamma Medea am Hessischen Landestheater Eine Frau nimmt grausam Rache

Die Geschichte von Medea ist uralt und immer wieder bearbeitet worden. André Rößler hat für seine Inszenierung des antiken Stoffes eine moderne Fassung des Belgiers Tom Lanoye gewählt. Premiere ist am Samstag, 24. November.

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Regina Vogel (links) und Sonka Vogt in der Titelrolle in einer Szene der Tragödie „Mamma Medea“, die den antiken Stoff in die Gegenwart überträgt.Foto: Ramon Haindl

Quelle: Ramon Haindl Alicenstr.6 55116 Mainz

Marburg. 431 vor Christus, als die Germanen noch in einfachen Hütten hausten, wurde im antiken Griechenland die Tragödie „Medea“ von Euripides uraufgeführt. Die Geschichte der Rächerin Medea hat seither immer wieder Theaterautoren beschäftig: Seneca, Corneille, Grillparzer, Anouilh - sie alle waren fasziniert von dieser Figur, haben den Hass und die Rache dieser ausgestoßenen Frau, die zur Kindesmörderin wird, in ihre Zeit transportiert.

Euripides selbst wird heute kaum noch gespielt - zu weit weg ist diese Zeit der antiken Götter und antiken Heldengestalten von der unseren. So hat auch der junge Regisseur André Rößler eine moderne Fassung gewählt: Tom Lanoyes „Mamma Medea“. Der Flame Lanoye, 1958 im belgischen Sint-Niklaas geboren, hat eine der bekanntesten Frauenfiguren der Literaturgeschichte in unsere Zeit übertragen. Wie die Medea von Euripides ist auch seine Mamma Medea eine Fremde, eine Migrantin. Sie hilft Jason, dem Argonauten, gegen den Willen des Vaters und folgt ihm in die Ferne. Es ist der Beginn einer großen tragischen Geschichte, die im Tod endet.

„Mamma Medea“ ist André Rößlers dritte Regiearbeit am Hessischen Landestheater nach dem preisgekrönten Politthriler „Die schmutzigen Hände“ und der äußerst ungewöhnlichen Adaption von Sophokles‘ „Antigone“.

Die Titelrolle spielt die junge Schauspielerin Sonka Vogt, Martin Maecker ist als ihr Ehemann und späterer Ehebrecher Jason zu sehen. In weiteren Rollen spielen Thomas Streibig, Tobias M. Walter, Charles Toulouse und Ogün Derendeli sowie als Gast Regina Vogel.

Die Premiere am Samstag ist ausverkauft. Restkarten gibt es noch für den 27. November. Weitere Vorstellungen sind am 12. und 16. Januar, jeweils um 19.30 Uhr auf der Bühne des Lahndestheaters.

von Uwe Badouin

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