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Marburg Ein persönlicher Zugang zum großen Dichter
Marburg Ein persönlicher Zugang zum großen Dichter
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20:07 17.11.2009
Nach der Lesung im Café Vetter signierte Sigrid Damm Bücher. Quelle: Imke Troltenier

Marburg. Friedrich Schiller war über Generationen hinweg der populärste aller deutschen Dichter. Zum Anlass seines 250. Geburtstages las die Schriftstellerin Sigrid Damm im Café Vetter aus ihrer Biografie „Das Leben des Friedrich Schiller – Eine Wanderung“. Die Resonanz war groß und die Veranstaltung der Neuen Literarischen Gesellschaft in der Reihe „Literatur um 11“ schon vorzeitig bis zum allerletzten Platz gefüllt.

Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich Damon, den Dolch im Gewande... – ein erstes Gedicht, mit der Schwester zusammen auswendig gelernt, dann Geschichten, die sich um den Dichter rankten wie die ewig faulenden Äpfel in seinem Arbeitszimmer, später Scherze über Schillers biederes Frauenideal: Den Zugang, den die Biografin zu Person und Leben Schillers beschreibt, ist ein sehr persönlicher. Mit feiner, eindrücklicher Stimme nimmt Damm die Besucherinnen und Besucher der Lesung mit auf ihre eigene „Wanderung“ und erzählt von ihren Stationen, ihren Gedanken und Gefühlen: „Mich befremdet sein Aufschwingen in die Welt der Ideale, mich faszinieren die Brüche und Nebelwege. Warum geht er sie?“. Dabei liegt der Fokus der Aufmerksamkeit in der Lesung nicht auf Schillers Werken, sondern vielmehr auf den Alltagsbedingungen und auf den Orten, an denen sie entstanden sind. Auf Mannheim etwa, wo „Die Räuber“ 1782 uraufgeführt wurden und das erhoffte „Paradies der Musen“ sich für den Dichter zum Kerker gewandelt habe, auf der Ménage à trois in Leipzig, auf seiner Zeit in Jena mit der unerwartet aufblühenden Freundschaft zu Goethe und schließlich auf den „kleinen und engen Verhältnissen“ in Weimar.

von Imke Troltenier

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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