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Marburg Ein mörderischer Krieg
Marburg Ein mörderischer Krieg
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20:34 01.10.2015
Marburg

Der Drogenschmuggel an der Grenze zwischen den USA und Mexiko beschäftigt nicht nur die Fahnder bei ihrer alltäglichen Arbeit. Auch viele Kinofilme kreisten bereits um die illegalen Machenschaften in dieser Region, darunter etwa Steven Soderberghs „Traffic - Macht des Kartells“ oder „Irgendwann in Mexico“ mit Antonio Banderas und Johnny Depp. Nun legt der kanadische Regisseur Denis Villeneuve ebenfalls ein hochkarätig besetztes Werk über den Kampf gegen Drogenkartelle in Mexiko vor.

„Sicario“ ist ein düsterer Thriller, der von der Arbeit der CIA erzählt. Im Mittelpunkt steht Emily Blunt. Sie spielt die junge FBI-Agentin Kate Macer, die sich leidenschaftlich gegen den Drogenschmuggel einsetzt. Die CIA wird auf die ehrgeizige Frau aufmerksam und engagiert sie für noch brisantere Ermittlungen - in Mexiko will der Geheimdienst ein Kartell zerschlagen.

Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen

Regisseur Villeneuve zeigt einen Kampf, der im Grunde ausweglos ist. Kleine und mittelgroße Zwischenhändler gehen den Fahndern zwar immer mal wieder ins Netz. An die Großen aber kommen sie kaum heran. Die Grenzen zwischen Gut und Böse lässt Villeneuve dabei verschwimmen: Agentin Kate bemerkt bald, dass einige ihrer Kollegen (darunter Benicio Del Toro und Josh Brolin) ein Doppelspiel spielen.

„Sicario“ ist über weite Strecken ein eher konventionell erzählter Film. Selbst Darsteller, die wie Del Toro oder Brolin ihre Figuren sonst durchaus mit einiger Intensität verkörpern, bleiben hier blass. Emily Blunt gelingen noch mit die eindrücklichsten Szenen, etwa wenn sie ein Massengrab der Drogenkartelle entdeckt und davon sichtbar berührt ist. Doch auch diese toughe Ermittlerin wird bald zur seltsam-hilflosen Beobachterin.

von Aliki Nassoufis