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Ein lyrischer Wettkampf der Wortakrobaten

Hessenslam Ein lyrischer Wettkampf der Wortakrobaten

Schreiben soll ich. Und zwar das schlechteste Gedicht der Welt. Für mich kein Problem. Alles reimt sich auf Herz, Schmerz, auf Liebe und Triebe. Ziemlich durchschaubar. Ziemlich anspruchslos. Die Jury ist mit meinem lyrischen Komplettausfall zufrieden. Aufgabe erfüllt, alle goldenen Regeln der Dichtkunst habe ich vorbildlich missachtet.

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Slammen will gelernt sein: Temye Tesu verrät den Workshop-Teilnehmern die besten Tricks.

Quelle: Marie Lisa Schulz

Marburg. Aber beim gestrigen Poetry-Slam-Workshop ging es nur in der Kennenlernphase darum, bewusst schlecht zu schreiben. Immerhin waren die Teilnehmer sogar aus Frankfurt angereist, um von den erfahrenen Slammern Impulse zu erhalten. Nachwuchsdichterin Julia Balzer (17) hat bereits den einen oder anderen Text zu Hause in der Schublade liegen. So recht auf die Bühne traut sie sich aber noch nicht. „Ich bin noch nicht zufrieden. Ein paar Anregungen wären nicht schlecht.“ Sie erhofft sie sich Hilfe von den Kursleitern und Leidenschaftsslammern Bo Wimmer und Temye Tesu.

Die beiden haben mit ihren Texten schon Bühnenerfahrung gesammelt. Lektion Nummer eins: Ein Text, der sich auf dem Papier gut liest, muss noch lange kein Publikum begeistern. Temye Tesu weiß, wie schwer es sein kann, nur mit Worten zu überzeugen. Er erklärt die drei goldenen Regeln des Poetry Slams. 1. Der Text muss selbst geschrieben sein. 2. Auf der Bühne dürfen keine Requisiten verwendet werden. 3. Jeder hat das gleiche Zeitlimit.

Wortakrobaten, Sprachkünstler, genau das wollen die Kursteilnehmer werden. Beim Hessenslam Marburg, dem Vorentscheid für die deutschen Poetry-Slam-Meisterschaften in Essen, wollen sie sich etwas abgucken. Am Freitagabend messen sich Hessens beste Slammer zeitgleich ab 20 Uhr im KFZ Marburg und in der Cavete im Steinweg. Das Finale findet am Samstag um 20 Uhr im Cineplex statt.

von Marie Lisa Schulz

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