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Ein lautes „Aaah“ und „Oooh“ für Mozarts Requiem

Musikliteratur Ein lautes „Aaah“ und „Oooh“ für Mozarts Requiem

Das Requiem von Mozart gehört zu den berühmtesten Werken der Musikliteratur.

Marburg. Am kommenden Sonntag erklingt es in Marburg, gesungen von der Kantorei der Elisabethkirche. Am Dienstagabend war eine der letzten Proben vor dem großen Auftritt.

Das Gesicht wach klopfen, die Wangen streicheln, die Stirn massieren. Aaahh, ooohh, aaahh, ooohh, die Tonleiter hinauf, die Tonleiter hinunter. Einatmen, ausatmen, konzentrierte Stille. Die Probe der Kantorei beginnt wie immer mit Einsingen. Wie ein Instrument muss auch die menschliche Stimme sorgsam auf ihren Einsatz vorbereitet werden.

Ganz anders als bei den vorherigen Proben ist dagegen die Akustik in der Kirche. Der Chor, der seit einem halben Jahr in den Räumen der evangelischen Studentengemeinde geübt hat, muss sich erst an die Weite der mächtigen Elisabethkirche gewöhnen. „Wir müssen gut aufeinander hören!“ ruft Chorleiter Nils Kuppe den Sängerinnen und Sängern zu. „Requiem aeternam“ erklingt es wieder und wieder. Wieder und wieder wird der Anfang des Oratoriums geübt, bis die vier Stimmen Sopran, Alt, Tenor und Bass exakt zusammen sind.

In den letzten Proben vor dem Konzert werden letzte musikalische Feinheiten ausgearbeiten. Das „Dies irae“ in Mozarts Requiem erzählt vom Jüngsten Gericht, das den sündigen Menschen nach dem Tod erwartet. Zu Mozarts Zeiten haben diese Klänge die Gläubigen in Angst und Schrecken versetzt. „Sie müssen das so singen, dass mir ein eiskalter Schauer den Rücken runter läuft“, fordert Nils Kuppe in der Probe. Er rät den Sängern, die Töne kräftig, kurz und scharf zu singen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. An anderer Stelle arbeitet Kuppe mit Bildern. „Das Osanna ist ein prächtiger Lobgesang“, erklärt er. „Stellen Sie sich vor, die Engelsfiguren in der Elisabethkirche singen es sich gegenseitig zu.“ Und schon hört sich der Gesang der Choristen ganz anders an, wunderbar hell, leicht und schwebend.

Am kommenden Sonntag erklingt um 18 Uhr das Requiem von Mozart in der Elisabethkirche, zuvor werden die Motette „Jesu, meine Freude“ von Johann Sebastian Bach und die Trauermusik von Paul Hindemith zu hören sein. Die Kantorei der Elisabethkirche musiziert zusammen mit dem Marburger Kinderchor und dem Kammerorchester Marburg. Die Gesamtleitung hat Bezirkskantor Nils Kuppe.

Karten gibt es im Vorverkauf in der Elisabethkirche, bei MTM am Pilgrimstein sowie an der Abendkasse.

von Bettina Preussner

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