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Ein kleines Bild mit großer Wirkung

Schenkung an Universitätsmuseum Ein kleines Bild mit großer Wirkung

Universität und Stadt rücken immer enger zusammen. Das wurde gestern deutlich bei der Übergabe eines Gemäldes von Christian Rohlfs an das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte der Philipps-Universität.

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Strahlende Gesichter: Dr. Thomas Wurzel (von links), Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Andreas Bartsch, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck, Horst Piringer, Vo

Marburg. Das neue Schmuckstück des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte ist 114 Jahre alt, 46 mal 37 Zentimeter groß und noch bis zum 31. Dezember in einem eigens dafür eingerichteten Kabinett im Landgrafenschloss zu sehen. Es handelt sich um das Ölgemälde „Waldweg mit Birken und Tannen“ des deutschen Malers Christian Rohlfs ( 1849 - 1938).

Das Gemälde ist eine Schenkung an das Universitätsmuseum. Angeregt wurde der Ankauf von der früheren Direktorin des Museums, Dr. Agnes Tieze, möglich gemacht haben ihn das Engagement des Vereins Freunde des Museums für Kunst- und Kulturgeschichte und die finanzielle Unterstützung durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die Sparkasse Marburg-Biedenkopf, die gemeinsam 14250 Euro und damit die Hälfte des Kaufpreises bereitstellten. Weitere 10000 Euro stellten die Museumsfreunde zur Verfügung, den Rest übernahm die Philipps-Universität.

Das Bild sei eine bedeutende Erweiterung der bereits bestehenden und jetzt acht Gemälde umfassenden Rohlfs-Sammlung des Universitätsmuseums, betonte Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck.

Zahlreiche Besucher waren gestern ins Landgrafenschloss gekommen, um die Neuerwerbung zu sehen: Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), Landrat Robert Fischbach (CDU), die „Stifter“ Dr. Thomas Wurzel, Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, und Andreas Bartsch, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, die Initiatoren Horst Piringer, Vorsitzender der Museumsfreunde, und sein Stellvertreter Bernd Höhmann sowie Kunstfreunde.

Gastgeber Professor Dr. Joachim Schachtner, Uni-Vizepräsident für Informations- und Qualitätsmanagement, betonte in seiner Rede die besondere Rolle der Philipps-Universität in der hessischen Bildungslandschaft und verwies noch einmal auf „den einzigartigen kulturellen Raum“, zu dem die Stadt Marburg und die Universität in den vergangenen Jahrhunderten zusammengewachsen seien. Genau dieser universitär geprägte Kultur- und Stadtraum ist auch Grundlage für die gemeinsame Unesco-Welterbe-Bewerbung.

Sowohl Stadt als auch Universität warten nun auf die gemeinsam in Auftrag gegebene Potenzialstudie zur Marburger Museumslandschaft, die in Kürze fertig werden soll. Vaupel nahm am Rande der Veranstaltung schon mal vorweg: „Wir haben unglaublich viel in der Stadt, es kommt nur darauf an, es richtig zu präsentieren.“ Und er weiß: Es ist eine gemeinsame Aufgabe von der an Sammlungen reichen Universität und einer historischen Stadt ohne eigenes Stadtmuseum.

Das kleine Bild hat eine große Wirkung, nicht nur weil es die Marburger Sammlung eines bedeutenden deutschen Künstlers erweitert. Die Schenkung zeige, dass in Zeiten knapper kommunaler Finanzen, auch eine Sammlungserweiterung möglich sei. Dies betonte etwa Bernd Höhmann. Dr. Wurzel und Andreas Bartsch hoben die Verbundenheit ihrer Einrichtungen zur Region hervor.

Für Horst Piringer von den Museumsfreunden war der Tag der Schenkung „ein guter Tag für das Museum und ein guter Tag für Marburg und die Region“. Für das Museum werden wohl weitere gute Tage folgen: Der Umbau in der Biegenstraße in ist vollem Gange und die große Kunstsammlung von Hilde Eitel steht vor der Tür.

von Uwe Badouin

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