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Marburg Ein festliches Werk mit Frische präsentiert
Marburg Ein festliches Werk mit Frische präsentiert
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21:00 06.12.2009
Kantor Nils Kuppe (links) dirigierte das Weihnachtsoratorium in der Elisabethkirche. Quelle: Rottmann

Marburg. Zwar nicht so alt, dafür umso festlicher ist die Tradition, dass Nils Kuppe das „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach mit Kindern und Erwachsenen gemeinsam aufführt. Die Kantorei der Elisabethkirche, der Marburger Kinderchor, vier Vokalsolisten und das Barockensemble Solamente Naturali mit historischen Instrumenten gestalteten die beiden Konzerte am Samstag und Sonntag.

Ideal zum Einstimmen auf das Hauptwerk war Bachs Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“, BWV 51. Die Sopranistin Sarah Wegener bemühte sich, den hohen Anforderungen des Werks gerecht zu werden. Das Barockensemble Solamente Naturali bewies schon hier seine Klasse – insbesondere die Solistin auf der Naturtrompete. Die ersten drei Kantaten von Bachs „Weihnachtsoratorium“ erklangen in Frische, mit Freude, Glanz und viel Gefühl. Die rund 100 Sängerinnen und Sänger der Kantorei der Elisabethkirche mit dem Marburger Kinderchor überzeugten fast durchgängig. Die Choräle „Wie soll ich dich empfangen“ oder „Schaut hin“ faszinierten in ihrer schlichten Schönheit bei ausgewogenem Chorklang.

„Wir singen Dir“ hatte Kraft, Klarheit und Farbe. Schön verschmolzen die Kinderstimmen mit denen der Erwachsenen. Die Unisoni der Kinder schienen in ihrer Leichtigkeit durch den Raum zu schweben. Das hat Nils Kuppe geschickt gemacht: Er ließ den großen Chor die Fugen dezent wie von einem Kammerchor singen. Denn so klangen die einzelnen Stimmlagen und der Fugenverlauf im runden Chorklang fast immer durch, und kleine Unebenheiten fielen kaum auf. „Herrscher des Himmels“ wirkte leicht und luftig – genau wie der Chorsopran in hohen Lagen. Am Ende gab es fast sechs Minuten lang immer wieder stürmisch aufbrausenden Beifall mit einzelnen Bravos für Chor, Orchester, Solisten und Dirigent Nils Kuppe.

von Helmut Rottmann

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