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Marburg Ein Thema in neun Sichtweisen
Marburg Ein Thema in neun Sichtweisen
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18:16 29.09.2014
Die Künstlerinnen und Künstler der „Werkstatt Radenhausen“ stellten sich bei ihrer traditionellen Sommerausstellung mit Dr. Thomas Spies (5. von rechts) zum Gruppenfoto.Foto: Mareike Bader
Amöneburg

Zu bestaunen gab es Werke auf dem ehemaligen Kornspeicher, einen Zaungarten und natürlich die Ateliers der Künstlerinnen und Künstler. Vor 16 Jahren hat die Künstlergruppe der Ateliergemeinschaft „Werkstatt Radenhausen“ im alten Rittergut bei Amöneburg eine Heimat gefunden. Seitdem hat die Gruppe jedes Jahr eine Ausstellung zum Sommerfest unter einem Thema veranstaltet. „So viel diskutiert und gestritten wie in diesem Jahr haben wir aber noch nie“, berichtete Burgi Scheiblechner bei der Begrüßung am Samstag. Ein Streit, den man jedoch nicht sieht. Vielmehr fasziniert die unterschiedliche Herangehensweise der Künstler.

Auf die Ambivalenz des Begriffes „Heimat“ ging auch der Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Spies bei seiner Eröffnungsrede ein. „Er ist auch Kunstverständiger, das weiß vielleicht nicht jeder“, stellte Burgi Scheiblechner den Sohn des Malers und Bildhauers Joachim Spies vor, der als Direktkandidat den östlichen Landkreis im Landtag vertritt. „Wenn man über Heimat spricht, tritt der Mensch gegenüber dem Ort und der Ethnie zurück“, kommentierte Spies Scheiblechners Werk in der Hauptausstellung auf dem Kornspeicher. Scheiblechner zeigt dort eine Aneinanderreihung von schemenhaften Porträts, die typische Klischees wie den Österreicher mit dem Tiroler-Hut oder eine mit einer Burka verschleierte Frau zeigen.

Mit Ursula Eske, Liesel Haber, Lies Kruschwitz, Antonia Mösko, Burgi Scheiblechner, Klaus Schlosser, Hans Schohl, Margarete Trümner und Gerda Waha arbeiten neun Künstlerinnen und Künstler auf dem ehemaligen Rittergut Radenhausen. So unterschiedlich wie der Begriff Kunst aufgefasst werden kann, so unterschiedlich präsentierten sich auch die Interpretationen zum Thema „Heimatkunst“.

Gerda Waha stellte sich mit ihren „Weltbürgern“ die Frage was Heimat sei. Antonia Mösko setzte für ihre „Rettung der Gartenzwerge“ einen kleinen Gnom zwischen nüchterne Kegel und Hans Schohl zeigte Fotografien aus Fukushima, wo sich nach der Katastrophe im havarierten Atomkraftwerk alles verändert hat.

Viele Besucher nutzten die Gelegenheit am Wochenende die Arbeiten der Künstler zu betrachten. Auch die „Arbeitsheimat“ der Künstler, ihre Ateliers, standen dem Publikum wieder offen. Ursula Eske, die im ehemaligen Schweinestall an größeren Werken arbeitet, präsentierte dort auch einige ältere Skulpturen.

Im „Zaungarten“ wurde die unterschiedliche Arbeitsweise der Künstler besonders deutlich. Es sei eine besondere Herausforderung für die Maler unter den Künstlern, wenn plötzlich eine Skulptur gefordert sei, erzählte Hans Schohl, der einen rostigen Zaunwagen entworfen hatte, der im Gegensatz zu seinen mobilen Installationen und Plastiken jedoch unbeweglich ist, während Liesel Habers „Grenze, durchlässig“ schnell von einigen Kindern zum Spielen genutzt wurde.

Lies Kruschwitz, die in der Hauptausstellung wunderschöne Landschaftsmalerei zeigte, behalf sich für den „Zaungarten“ mit vier Leinwänden, die sie mit einem Zaun bemalte.

von Mareike Bader

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