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Marburg Ein Tag im Leben eines Träumers
Marburg Ein Tag im Leben eines Träumers
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17:59 08.08.2012
Jason Segel (links), bekannt aus „How I Met Your Mother“, spielt Jeff und Ed Helms aus „Hangover“ ist als dessen Bruder Pat zu sehen.Foto: Paramount Quelle: Photography by: Hilary Bronwyn G
Marburg

Jeff ist fast 30 Jahre alt, hat weder Job noch Freundin und lebt im Haus seiner Mutter. Am liebsten hängt er träge vor dem Fernseher. Was an Energie noch übrig ist, steckt er in die Suche nach dem Sinn des Lebens. „Jeff, der noch zu Hause lebt“ von dem Independent-Duo Mark und Jay Duplass sticht als kleine Kostbarkeit aus der Flut von Hollywood-Komödien über Junggesellen und Männer, die nicht erwachsen werden wollen, heraus. In der Hauptrolle: US-Komiker Jason Segel, der mit der Fernsehserie „How I Met Your Mother“ bekannt wurde.

Der Film spielt an einem einzigen Tag im Leben des ziellosen Jeff, seines überheblichen Bruders Pat und ihrer gefrusteten Mutter Sharon. Jason Segel glänzt in dem Part des nervigen, aber liebenswerten Träumers, der seine Familie zur Verzweiflung bringt. Es ist irgendwie rührend, wenn Jeff am Joint zieht oder auf dem Klo sitzt und über seine Bestimmung sinniert.

Ed Helms, der in den „Hangover“-Komödien über die Stränge schlägt, spielt den älteren Bruder, der sich für ungeheuer cool hält, obwohl sein eigenes Leben den Bach runter geht. Mit Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon ist die Mutter-Rolle perfekt besetzt. Von Job und Söhnen gefrustet, steht sie kurz vor dem Nervenzusammenbruch.

Die Independent-Regisseure Mark und Jay Duplass, die auch das Drehbuch lieferten, sorgen mit Klamauk-Momenten für viele Lacher. Dabei machen sie sich aber nie über ihre Charaktere lustig. Statt Schadenfreude empfindet man Mitgefühl, wenn Pat seinen neuen Sportwagen gegen einen Baum fährt, wenn Jeff von einem Drogendealer beklaut wird und Sharon mit dem falschen Mann flirtet.

Jeff sieht sich als Spurensucher. Als eines Morgens ein Anrufer, der sich offensichtlich verwählt hat, nach Kevin fragt, deutet Jeff dies als Fügung, der er nachgehen muss. Es wird ein chaotischer Tag – mit einem Unfall, einer Verfolgungsjagd, einem Ehedrama, Schlägereien, skurrilen Begegnungen und einer heldenhaften Tat.

Nichts passiert ohne Grund, philosophiert Jeff. Während er sich bekifft in kuriosen Deutungen verliert, fällt die reale Welt seines Bruders völlig auseinander. Ehefrau Linda (Judy Greer)) will den überheblichen Pat verlassen. Die gegensätzlichen Welten der Brüder prallen aufeinander. Als am Ende des Tages Mutter Sharon überraschend ihren Weg kreuzt, kommt es zu einem ganz unerwarteten und wenig hollywoodhaften Happy End.

Es ist allemal unterhaltsam, 83 Minuten lang in Jeffs absurde Welt abzutauchen. Darüber hinaus steckt so viel Herz und Mitgefühl in den Figuren, dass der Film auch durch berührenden Tiefgang überrascht.

559 Besucher sahen den Film am Dienstag in einer Sneak-Preview und waren geteilter Meinung: Einen „Film, bei dem man erst früher gehen möchte und am Ende froh ist, das man es nicht getan hat“, sah Andree Müller (28) aus Marburg. Linda Niese (19) aus Marburg meinte: „Ein schöner Film zum Einschlafen.“

n Je zwei Freikarten haben gewonnen: Michael Schneider und Johanna Gockel aus Stadtallendorf sowie Andrea Westermeier, Fabian Demele und Andree Müller aus Marburg. Die Karten werden zugeschickt.

Der Film läuft im Cineplex.

von Barbara Munker

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