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Marburg Ein Spaß für „beinharte Komödianten“
Marburg Ein Spaß für „beinharte Komödianten“
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16:54 18.04.2012
Zwei „beinharte Komödianten“: Peter Radestock (links) und Stefan Gille zeigen ihre Faustversion.Foto: Schwarzwäller
Marburg

„Fast Faust“ von Albert Frank bringt den Klassiker „endlich einmal werkgetreu, aber in atemberaubenden Tempo“ auf die Bühne. Ein Faust ohne die Gretchenfrage, aber dafür in „fokussierter Zeitlupe“. Ein Faust, in dem eben dieser wie gehabt mit dem Teufel und den Abgründen seiner Menschenseele konfrontiert wird, der dem Publikum aber auch Themen wie die Bundespräsidentenwahl oder „Mon Chéri“ serviert. Ein Faust aus dem Schnellkochtopf also, wobei der Klassiker rigoros zum Abspecken verdonnert wurde, während es in Sachen moderne Komödie heißt: Darf’s ein bisschen mehr sein?

Gespielt wird laut Peter Radestock „witzig, humorvoll und trotzdem in ernsthafter Auseinandersetzung mit der wohl größten deutschen Tragödie“. Alle wesentlichen Passagen wie beispielsweise der berühmte Monolog in Fausts Studierzimmer kommen vor, aber das Werk sei sehr komprimiert, so Radestock. Im Stück wollen André, Heiner und Hannah den „Faust“ auf die Bühne bringen, alle 57 Rollen. Nachdem Hannah aber, genau wie Gretchen in Goethes Drama, schwanger wird, schrumpft das „Dramenterzett“ zum Duo und die Sache gerät noch komplizierter.

Das Stück von Albert Frank sei für zwei „beinharte Komödianten“ - also genau das Richtige für Peter Radestock und Stefan Gille, inzwischen ein eingespieltes Team in der „Kleinen Komödie“.

In den Szenen, die aus dem ursprünglichen „Faust“ stammen, müsse man aber darauf achten, nicht zu sehr zu „klamottisieren“, sagt Peter Radestock. Der Titel des Stücks ist indes ein doppeltes Wortspiel: „Fast Faust“ meint „fast“ sowohl im Sinne von „annähernd“ und spielt ebenso auf das englische Wort „fast“, also schnell an.

Selbst die legendäre „Gretchenfrage“ ist quasi „wegkomprimiert“ - weil die Auseinandersetzung „mit solchem Personal nicht zu leisten ist“. Willkommen beim Faust im High-Speed-Format.

Auf den üblichen „Schnickschnack“ wie ausgefallene Kostüme, Bühnenbilder oder Pyrotechnik wird laut Regieanweisung verzichtet. Welche Szenerie zu sehen ist, erfährt der Zuschauer im Zweifel von einem Blatt Papier und außerdem darf man sich auf eine „dramatische Tarnkappe“ oder die „fokussierte Zeitlupe“ freuen.

Die Premiere ist am Freitag, 20. April, um 20 Uhr. Weitere Vorstellungen gibt es am 26., 27. und 28. April, sowie am 18. und 20. Mai. Außerdem stehen im Mai auch wieder „Witze II und Volkes Lieder“, das „Best Off Deutschhauskeller“ und „Das Pflichtmandat“ auf dem Spielplan der „Kleinen Komödie“. Weitere Informationen im Internet unter www.radestocks-kleine-komoedie.de.

von Nadja Schwarzwäller

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