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Ein Schotte trifft auf seltsame Köpfe

Christopher Brookmyre beim Krimifestival Ein Schotte trifft auf seltsame Köpfe

In Glasgow spielt Christopher Brookmyres aktueller Roman. Wer weiß, vielleicht taucht Marburg in seinemnächsten Buch auf. Er hat die Angewohnheit, eigene Erlebnisse zu verarbeiten. Und Marburg hat ihm merkwürdige Köpfe von den sieben Geißlein geboten.

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Christopher Brookmyre im Gespräch mit dem Vorleser Manfred Fenner und einer Besucherin.Foto: Angelika Fey

Marburg. Am Freitagabend kamen Marburger Krimifreunde im TTZ voll auf ihre Kosten: Dort las der schottische Kultautor Christopher Brookmyre aus seinem neu auf Deutsch erschienenen Roman „Wer schlafende Hunde weckt“.

Der Autor versetzte sein Publikum nach Glasgow, das den Ruf hat, Europas Mordhauptstadt zu sein. In diese Welt voller Polizeikorruption, Gewalt und Machos platziert Brookmyre zwei weibliche Hauptfiguren, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Die junge, frischgebackene Privatdetektivin Jasmine und die abgebrühte Polizistin Catherine ermitteln jeweils an einem anderen Fall, wobei zunächst nicht klar ist, dass ein Zusammenhang besteht. Erst spät kreuzen sich ihre Wege.

Rasante Autoverfolgungsjagden wechseln sich mit detailgenauen Charakterporträts ab, so dass der Krimi Tempo, Tiefgang und satirischen Humor zu bieten hat. Vor allem Jasmines Geschichte fesselte beim Zuhören während der Lesung. Die tollpatschige und unsichere Ex-Schauspielschülerin wollte eigentlich nur ihrem Onkel in der Detektei aushelfen. Bis Onkel Jim plötzlich verschwindet und Jasmine auf sich allein gestellt ist. Sie lernt im Verlauf der Geschichte, dass ihre schlimmsten Ängste wahr werden können.

Mitreißend vorgetragen wurden drei Kapitel des Romans - zwei von Manfred Fenner auf Deutsch und eines von Christopher Brookmyre auf Englisch. Wobei der schottische Akzent des Autors dazu beitrug, Glasgow vor dem inneren Auge der Zuhörerschaft lebendig werden zu lassen. Die Moderation sowie die Übersetzung der Publikumsfragen meisterte gekonnt Fabienne Quennet. Und Fragen gab es einige, denn trotz des Regens waren rund 40 Zuhörer ins TTZ gekommen, um der letzten Lesung des Marburger Krimifestivals zu lauschen.

Die Veranstaltung war für Brookmyre übrigens der Auftakt seiner ersten Deutschlandreise. Und wer weiß, vielleicht taucht Marburg ja sogar im nächsten Brookmyre-Krimi auf, denn der Autor verarbeitet gerne Erlebnisse, die ihm selbst passiert sind. Und Brookmyre ist beim Marburger Stadtbummel gleich etwas aufgefallen: Die Köpfe der sieben Geißlein, die am Grimm-dich-Pfad auf dem Weg zum Schloss zu sehen sind, fand er äußerst seltsam.

von Angelika Fey

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