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Marburg Ein Roman, kein historischer Essay
Marburg Ein Roman, kein historischer Essay
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20:30 28.09.2010
Der Weltenbummler Louis Philippe Dalembert las aus seinem Buch „Jenseits der See“. Quelle: Giulia Coda

Marburg. Ein Vagabund und Weltenbummler, der die Welt bereist, viele Orte gesehen hat und mehrere Sprachen fließend beherrscht. So kann man Louis Philippe Dalembert charakterisieren und auch sein Werk ist geprägt von Rastlosigkeit und Fernweh.

Der in Port-au-Prince geborene Schriftsteller legte am Sonntagmorgen eine kleine Rast im Café Vetter ein, um Auszüge aus seinem Roman „Jenseits der See“ vorzustellen. Da in seinem Sprachenrepertoire Deutsch leider noch keinen Platz gefunden hat, las der Haitianer zunächst einige Seiten des Romans in der Originalsprache Französisch vor, wobei seine warme Stimme und der weiche Klang der Sprache fast schon zum Träumen von fernen Karibikstränden einluden.

Damit aber auch die nicht-französisch-sprachigen Gäste nicht zu kurz kamen, übernahm Bühnen- und Fernsehschauspielerin Emilia Blumenberg, die letzten Sonntag das Programm von „Literatur um 11“ füllte, indem sie Passagen aus der deutschen Übersetzung des Romans vorlas.

Trotz seiner zahlreichen Reisen hat Dalembert der zwischen Rom, Paris und Port-au-Prince pendelt, seine Heimat nicht vergessen. In „Jenseits der See“ beschreibt er das Schicksal seines Volkes in den vergangenen Jahrzehnten. Ohne Zeit, Namen und Orte zu benennen, schildert Dalembert die Geschichte Haitis ab ca. dem Jahr 1937 aus der Sicht einer Familie, die die schleichende Zerstörung der Gesellschaft miterleben muss.

Für den Autor war entscheidend, einen Roman und keinen historischen Essay zu schreiben, was ihm durchaus geglückt ist.

Im Rahmen von „Literatur um 11“ werden Anfang Oktober zwei argentinische Krimiautoren in Marburg zu Gast sein. Am Sonntag, 3. Oktober, wird Ernesto Mallo aus seinem Gesellschaftsportrait „Der barfüßige Polizist von der Calle San Martín“ lesen.

Der zweite argentinische Autor ist Marcelo Figueras. Figueras wird am Sonntag, 10. Oktober, im Café Vetter lesen. Sein Buch „Der Spion der Zeit“ spielt im fiktiven Land Trinidad in Südamerika. In seinem spannenden Thriller setzt sich Marcelo Figueras mit der politischen Geschichte Argentiniens auseinander. Beide Lesungen beginnen wie immer um 11 Uhr.

von Giulia Coda
und Viola Verena Schrader

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Mittwoch in der Printausgabe der OP.