Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Ein Raum voller „gebrochener Idyllen“
Marburg Ein Raum voller „gebrochener Idyllen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:05 26.09.2013
Ein echter Hingucker: Seinen „tswi“-Block präsentiert Klaus Lomnitzer im Erdgeschoss des Kunstvereins. 48 Bilder – alle im selben Format – ergeben ein Werk.Foto: Nadja Schwarzwäller
Marburg

Klaus Lomnitzer hat eine lyrische Ader: „das staunen des kleibers über sein dasein als spechtmeise“ hat er seine Ausstellung im Marburger Kunstverein betitelt. Und vielleicht entdeckt der eine oder andere Besucher in den rund 100 Arbeiten, die Lomnitzer mit nach Marburg gebracht hat, Formen, die ihn an einen Kleiber erinnern mögen.

Tatsächlich finden sich in seinen Bildern immer wieder Naturmotive: Zweige, Äste, Sträucher, Spiegelungen in Wasseroberflächen und ganze Landschaften. Daneben tauchen in seinen Arbeiten auch immer wieder Motive auf, die Assoziationen an Architekturen wecken: Häuserfronten oder Glasfassaden, Treppen. Es gibt viel zu entdecken in den Bildern, deren Technik er mit „ähnlich wie Hinterglasmalerei“ umschreibt.

Lomnitzer malt auf transparenten PVC-Folien. Seine Motive trägt er mit Tusche und sehr stark verdünnter Acrylfarbe auf, bis zu 30 Lagen übereinander. Die Bilder entwickeln dadurch eine geheimnisvolle Tiefe, die die oft düstere Stimmung betonen. Vor allem sein „tswi“-Block im Erdgeschoss ist ein echter „Hingucker“: Er setzt sich zusammen aus 48 Bildern im Format 1 mal 1,40 Meter. Lomnitzer begreift den „tswi“-Block als eigenständige, zusammenhängende Arbeit. Der Kunstverein wird Stühle in den Raum stellen, damit der Betrachter in Ruhe eintauchen kann in die riesige Arbeit, die zwei komplette Wände einnimmt und eine regelrechte Sogwirkung etwickelt. „Gebrochene Idyllen“ nennt er diese Szenerien, die auch von Geräuschen inspiriert sein können.

Im Obergeschoss hängen neben Papiercollagen seine „vari“-Arbeiten: Auch deren Motive sind auf PVC-Folien gemalt, können theoretisch mittels Lochstreifen stets neu angeordnet werden. Die Betonung liegt auf dem Begriff theoretisch, denn platziert werden sie von Lomnitzer. „Ich bin der Autor“, sagt er über die Anordnungen. Und der Autor verbittet sich freundlich aber bestimmt jede Veränderung.

Die Ausstellung wird heute um 18 Uhr eröffnet. In das Werk führt der ehemalige Marburger Florian Schwebel ein, ein Freund des Künstlers. Die Ausstellung ist im Kunstverein bis zum 13. November zu sehen.

von Uwe Badouin

Marburg Serie 50 Jahre Richtsberg - Die erste Zeit war "wirklich bitter"

Es ist das Jahr 1966, als viele Familien an den Richtsberg ziehen. Hier die Berichte zweier Familien, welche die Anfangszeit miterlebten.

28.09.2013

Ihre Heimkehr ist gleichzeitig Abschied. Maria Langstroff, Studentin aus Marburg und Bestseller-Autorin, kämpft um jeden einzelnen Lebenstag. Jetzt hat sie sich einen Herzenswunsch erfüllt: Sie ist für einen Tag nach Hause zurückgekehrt.

18.09.2013

Die 60er Jahre waren das Jahrzehnt des Mauerbaus, der großen Studentenproteste und der ersten Großen Koalition. Aber es war auch das Jahrzehnt, in dem landauf-landab sogenannte Trabantenstädte aus dem Boden gestampft wurden.

16.09.2013
Anzeige