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Marburg Ein Mediziner stellt einen Maler vor
Marburg Ein Mediziner stellt einen Maler vor
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19:24 16.11.2009
Professor Bernhard Maisch stellte Günther Blaus Selbstporträt (links) und „Canale Grande“ vor. Quelle: Moritz Jacobsen

Marburg. Maisch kannte den Maler dieses Selbstporträts durch und durch, war Günther Blau doch sein Patient. Der hatte sich 1966 mit ernsten Blick gemalt. Mit fester Hand hält er sich eine Lupe vor sein rechtes Auge und scheint sich seinem Betrachter sachlich interessiert zu nähern. „Das künstlerisch sehende Auge“, so der Titel.

So akribisch wie Günther Blau sich selbst darstellte, nahm ihn auch sein Arzt wahr: Der Mensch Günther Blau war zurückhaltend und liebenswürdig, als Maler zeigte er einen morbiden Touch, stets minutiös und detailgetreu, berichtete Maisch. Blau sei besessen gewesen und wollte ausschließlich für die Kunst da sein. Doch Krankheiten wiesen seinen Lebensweg: 1922 wurde er in Wuppertal geboren, sein Vater war Reichsbahnobersekretär. Günther Blau verließ das Realgymnasium, um an der Düsseldorf Kunstakademie Architekturplastik zu studieren. Doch er verlor im Krieg ein Bein. Alle Versuche, in München, in Haimhausen, am Tegernsee und in Karlsruhe im Studium Architektur mit der Kunst zu verbinden, scheiterten an seiner Behinderung. „Ich wandte mich ganz dem Tafelbild zu“, schrieb Blau in seinem Lebenslauf.

von Christine Krauskopf

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