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Marburg Ein Leben in ständiger Angst
Marburg Ein Leben in ständiger Angst
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06:16 23.03.2012
Eine Szene aus dem Stück „Das Tagebuch der Anne Frank“, das am Montag im Landesthater zu sehen war. Quelle: KJT Dortmund
Marburg

Marburg. In der Inszenierung von Andreas Gruhn vom Kinder- und Jugendtheater Dortmund nehmen Anne Franks Tagebucheinträge buchstäblich Gestalt an. Am Montagabend gastierte das KJT am Hessischen Landestheater.

Acht Menschen sind Anne Frank. Sie sind das lebensdurstige Kind, das sich, im Hinterhaus vor den Nazis versteckt, nach draußen sehnt und davon träumt, Journalistin zu werden. Sie sind die Temperamentvolle, die die Spannungen zwischen den acht Menschen im Hinterhaus kaum aushalten kann. Sie sind die Aufwachsende, die ihre erste Liebe erlebt. Die Erwachsene, die den Kriegsalltag versteht und für ihr Alter eine außerordentliche Reife an den Tag legt. Und sie sind die Verschlossene, die auf der Bühne kein einziges Wort sagt.

Dèsiree van Delft, Sebastian Ennen, Michaela Hinnenthal, Rainer Kleinepel, Andreas Ksienzyk, Gabriel Rodriguez, Isabel Stahl und Bettina Zobel verkörpern diese Vielfalt von Anne Franks Charakterzügen, ihre Wünsche und Träume.

Acht Menschen - im szenischen Spiel schlüpfen sie zwischendurch in die Rollen der acht, die sich im Hinterhaus versteckt halten.

Mit Licht- und Musikeffekten, Fotoprojektionen und Koffern als einzige Requisiten machen sie in intensivem Spiel Annes Erfahrungen mit dem Eingesperrtsein und der Todesangst greifbar.

Der Nachwelt etwas hinterlassen wollte die Fünfzehnjährige. Die Inszenierung des KJT Dortmund wird Anne Franks Wunsch mehr als gerecht.

von Katharina Schulz