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Marburg Ein Koffer voll Musik
Marburg Ein Koffer voll Musik
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17:00 31.05.2013
Marburg

„Ma Valise“ heißt auf Deutsch „mein Koffer“. Und einen ganzen Koffer voll Musik hatte die Band aus Frankreich dabei. Bunt und mitreißend ist ihre Musik, wuchtig und rhythmisch, kritisch und laut. Und sie passt in keine Schublade, eine kunterbunte Mischung aus Afro, Balkan, Latino, Chanson und Rock. Nur eines war am Mittwoch schnell zu spüren: Diese Musik fuhr direkt in die Beine.

Denn in kürzester Zeit verwandelte sich die Waggonhalle in einen Hexenkessel. Alles tanzte, rockte, klatschte, sang. Und die vier lockeren Musiker taten ihr Bestes, um die Stimmung im Saal anzuheizen. Das Schlagzeug gab den Takt vor, die E-Gitarre setzte helle Akzente, der Kontrabass verankerte das Ganze tief im Boden, und über allem schwebte das Akkordeon mit seinem schmeichelnden Klang. Gesungen wurde auf Französisch, Englisch und Deutsch und was sich gerade so anbot. „Wir sind alles Ausländer!“ rief der Sänger und lachte. „You speak french?“ Man verstand sich über alle Sprachbarrieren hinweg.

Balkanstücke wechselten mit knallharten Rock-Nummern, untermalt mit freundlichen Akkordeon-Klängen und einem kritischen Text in verschiedenen Sprachen. „Walls“ hieß ein Stück, das von den Mauern zwischen den Menschen erzählte, die man doch einfach bunt anmalen solle. Dann zog die Karawane weiter Richtung Afrika, wo die Band schon einige Male zu Gast war. Ein reggae-lastiges Lied auf Französisch beglückte mit seinem gemütlich dahin walzenden, klaren Rhythmus, dazu die vier Musiker ganz cool, ganz gelassen, mit einem Lächeln im Gesicht. Die hatten Spaß an ihrer Musik, das merkte man sofort.

Sie seien auf Deutschlandtour, erzählte der Sänger, und deshalb etwas müde. Denn in Hamburg, wo sie gestern gespielt hätten, könne man nicht so früh schlafen gehen. Von Müdigkeit merkte man aber absolut nichts. Voller Energie spielten die vier ihr nächstes Stück „La Cumbia“. Das könnte in Paris oder Südamerika oder Marburg sein, rief der Musiker den Fans zu. Und man merkte gleich: Die vier sind eigentlich überall zu Hause.

von Bettina Preussner

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