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Marburg Ein Heimat-Künstler der perfiden Art
Marburg Ein Heimat-Künstler der perfiden Art
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00:15 05.10.2013
Besucher der Ausstellungseröffnung betrachten im Obergeschoss des Kunstvereins Arbeiten des Marburgers Klaus Lomnitzer.Foto: Nadja Schwarzwäller
Marburg

Ein Heimat-Künstler, ein Heimat-Forscher, das sei Klaus Lomnitzer, sagte Florian Schwebel bei seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung „das staunen des kleibers über sein dasein als spechtmeise“. Aber, Vorsicht: „Einer von der perfiden Sorte“. Scheinbar abstrakte Muster erkennt man bei genauerem Hinsehen nämlich als vertraut, ebenso wie sich umgekehrt das, was zunächst idyllisch erscheinen mag, durchaus als beunruhigend entpuppt. Schwebel, der als Autor in Berlin lebt und Lomnitzer, der ein Atelier in Wiesbaden und eine Wohnung in Frankfurt hat, verbindet eine lange Freundschaft und ihre Kindheit in Marburg.

Als „unerbittlich verträumt“ beschreibt Schwebel die Arbeiten von Klaus Lomnitzer in seinem Beitrag zum Katalog, der zur Ausstellung in Marburg entstanden ist. Und der in dieser Form auch nur für eine Ausstellung in Marburg entstehen konnte, wie Lomnitzer im Vorfeld erklärt hatte. Neben seinen Werken sind darin nämlich auch Zeichnungen zu sehen, die der Künstler als acht- oder neunjähriger Schüler angefertigt hat: Fischreiher, Weißstorch und Elster - schon damals war Lomnitzer naturbegeistert und zeichnete Tiere.

Lomnitzer malt auf PVC-Folie und mit verdünnter Acrylfarbe, oft in vielen Schichten. Florian Schwebel sprach bei der Vernissage von „Materialschlachten“. Das Ergebnis: Werke mit Sog-Wirkung. Insgesamt knapp hundert Bilder sind in Marburg zu sehen - seine bislang größte Ausstellung. Und noch nie habe er so viele Helfer im Vorfeld gehabt wie im Kunstverein, so Lomnitzer.

Der Tenor der Besucher der Vernissage lautete: „absolut beeindruckend“.

von Nadja Schwarzwäller

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