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Ein Gespenst klagt über Ohrwürmer

Schlossfestival Ein Gespenst klagt über Ohrwürmer

Marburgs Partnerstadt Maribor steht im Zentrum der Schlossfestspiele „3 Tage Maribor“, die vom 13. bis 15. Juli im und am Landgrafenschloss stattfinden.

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Für Enke Eisenberg (links) und Kerstin Weiß ist das Landgrafenschloss der ideale Ort für Musiktheater und Oper.Foto: Daphne Flieger

Marburg. Marburg. Organisiert werden die Festspiele vom Verein musica europa zusammen mit dem Kulturzentrum Waggonhalle. Hinter musica europa verbergen sich die Regisseurinnen Kerstin Weiß und Enke Eisenberg, die in Marburgs Schloss eine ideale Spielstätte für Musiktheater und Oper sehen.

Eine Verbindung zwischen Alt und Neu - genau das ist die Funktion des Torbogens des Marburger Landgrafenschlosses. Er verbindet die ältere Bausubstanz mit dem später entstandenen Anbau. Das architektonische Verbindungsglied ziert das Logo von musica europa. Denn auch wie der Bogen wollen die Musikveranstalterinnen Kerstin Weiß und Enke Eisenberg etwas verknüpfen: den einzigartigen Schauplatz des Marburger Schlosses mit der vielseitigen Musik Europas.

„Die Geschichte der Stadt Marburg deutet immer auf Dualität - eine wechselseitige Inspiration von Altem und Neuen.“ Die gebürtige Marburgerin Kerstin Weiß erklärt, warum sie gerade in Marburg Schlossfestspiele veranstalten will. Währenddessen führen sie und Eisenberg durch die Säle und Räumlichkeiten des Schlosses: „Als Marburgerin weiß ich, dass es hier einen tief verankerten Lokalstolz gibt, aber auch schon immer eine große Weltoffenheit.“ Mit ihrer langjährigen Kollegin Enke Eisenberg entstand die Idee der „Schlossfestspiele“ im geschichtsträchtigen Marburg.

Kerstin Weiß‘ großer Traum ist es die Schlossfestspiele so weit ausbauen zu können, dass die Idee von großer Oper in Marburg Realität wird. Dafür ist das Budget von musica europa bis jetzt zu klein. „Kultursponsoring wird hier leider häufig noch als Fremdwort gesehen. Ein Bewusstsein dafür muss erst geschaffen werden.“ Kerstin Weiß betont, wie hilfreich ihre persönlichen Kontakte für die Umsetzung bisher waren. Die Waggonhalle unterstützt musica europa schon seit Beginn an: „Wir sind froh, mit dem Kulturzentrum Waggonhalle einen verlässlichen Partner gefunden zu haben. Zu zweit könnten wir das alles nicht stemmen.“ Nach ihrer Ausbildung an der Folkwang-Schule arbeitete Weiß viele Jahre an unterschiedlichen Opernhäusern, wie in Köln und Dresden. Ihre Erfahrung nutzt sie für die Planung von „3 Tage Maribor“, dem diesjährigen Motto der Festspiele.

Von der Renaissance bis in die Gegenwart

Auf dem Programm steht eine „Gala Slovenica“ im Fürstensaal des Schlosses, ein Streifzug durch die Geschichte der slowenischen Musik. Er beginnt in der Renaissance und endet in der Gegenwart. Unter der Leitung des Marburger Dirigenten Jean Kleeb begleitet das Schlossorchester musica europa, das sich aus Musikern der Marburger Orchester zusammensetzt, die Sänger Nika Goric und Klemen Gorensek sowie den Pianisten Ivan Fercic. Die gala findet statt am Freitag, 13. Juli ab 20 Uhr und am Sonntag, 15. Juli, ebenfalls ab 20 Uhr.

„Das Schlossgespenst hat Ohrwürmer“ heißt das Musiktheaterstück für Kinder ab fünf, bei dem die Geschichte durch die gruseligen Kasematten bis in den lange Zeit als Gefängnis genutzten Hexenturm führt. Das Libretto haben Weiß und Eisenberg geschrieben. „Wir wollen Kindern unterschiedliche Musik näherbringen.“ Das Gespenst hat nämlich Ohrwürmer, die sehr fremdländisch klingen. Enke Eisenberg, selbst Mutter zweier Töchter, glaubt, dass Kinder durch fremdländische Musik auch ein Stück Toleranz lernen. „Musik als völkerverbindende Sprache - wo findet man so eine Dichte an unterschiedlichen Kulturen wie in Europa?“ Premiere hat das Stück am Freitag, 13. Juli, um 15 Uhr. Treffpunkt ist der Schaukasten am Parkplatz neben dem Schloss. Neun weitere Aufführungen folgen:Freitag ab 16.30 Uhr, Samstag ab 10 Uhr, 11.30 Uhr, 15 Uhr und 16.30 Uhr, Sonntag gelten die Anfangszeiten wie Samstag.

AM Samstag kann man den Stummfilm „Der Schatz“ von Georg Wilhelm Pabst von 1923 im Kleinen Rittersaal erleben, mit einer neu eingespielten Filmsinfonie von Max Deutsch. Erzählt wird die Geschichte eines Mühlenbesitzers in Maribor, der einen Schatz in seinem Haus vermutet. Treffpunkt ist der Schaukasten am Schloss.

Von Daphne Flieger

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