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Ein Franzose erobert Marburg

André Gide Ein Franzose erobert Marburg

Er ist einer der bedeutendsten Schriftsteller Frankreichs, in Deutschland aber in Vergessenheit geraten: André Gide. Mit den „Marburger André-Gide-Tagen“ soll sich das ändern.

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Sie bringen den Text „Der Griesgram“ von André Gide auf die Bühne (von links): Konrad Linggenfeld-Landrock, Tim Trzaskalik und Franziska Lüdtke.

Quelle: Heike Döhn

Marburg. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht eines der spektakulärsten Fundstücke aus der neueren französischen Literaturgeschichte: die Erzählung „Der Griesgram“ des 1869 geborenen und 1951 verstorbenen Literaturnobelpreisträgers. „Es ist erstaunlich, dass von diesem Werk bis 1993 niemand etwas ahnte“, sagt Tim Trzaskalik, der das Stück erstmals auf eine Bühne bringt. Der Übersetzer, der in Marburg und in Nantes lebt, hat die Erzählung ins Deutsche übertragen. „Der Griesgram“ ist seine erste Regiearbeit.

„Auf den Zuschauer wartet ein wortlastiges Stück mit nur einem Schauspieler“, erzählt er weiter. Der Zuschauer müsse zum Ermittler werden, um dem namenlosen Monologisierer auf die Schliche zu kommen, der sich seines gesellschaftlichen Korsetts zu entledigen versuche, die Welt im allgemeinen und seine Familie im besonderen verdamme und dabei einen Subtext enthülle. Interpretiert wird der Text von Konrad Linggefeld-Landrock, einem Gründungsmitglied der Waggonhalle, das nach jahrelanger Bühnenabstinenz nun wieder eine Rolle übernommen hat.

Die Uraufführung von „Der Griesgram“ findet am Donnerstag, 8. Dezember, um 20 Uhr in der Waggonhalle statt. Weitere Aufführungen gibt es am 11., 12., 14. und 20. Dezember, jeweils ab 20 Uhr. 

Abrundung erfahren die „Marburger André-Gide-Tage“ am Montag, 5. Dezember, durch einen Vortrag des französischen Gelehrten Jean Bollack über den Briefwechsel von Gide und dem Romanisten Ernst Robert Curtius, der einige Zeit in Marburg lehrte. Der 88-Jährige hält den Vortrag in deutscher Sprache.

Pitto Campa und Tim Trzaskalik lesen ab 20 Uhr im TTZ Auszüge aus den Zeugnissen der deutsch-französischen Geschichte. Zudem ist am Sonntag, 11. Dezember, ab 16 Uhr in der Palette  mit „Voyage au Congo“ ein Dokumentarstummfilm von Marc Allégrets zu sehen, den er gemeinsam mit Gide produzierte.   

von Kathrin Wollenschläger

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