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Marburg Ein Büro im Zentrum von Marburg
Marburg Ein Büro im Zentrum von Marburg
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20:32 22.06.2010
Einige der Akteure der Marburger Kulturloge stellten sich zum Gruppenbild zusammen. Links: Verleger Dr. Wolfram Hitzeroth. Quelle: Irene von der Wege

Marburg. Die Kulturloge vermittelte bereits mehr als 400 Karten für kulturelle Veranstaltungen an Menschen mit geringem Einkommen. Die Gäste müssen sich an keiner Stelle als „Bedürftige“ ausweisen, sondern können die Karten, die auf ihren Namen hinterlegt sind, an der Kasse abholen.

„Das Konzept wird bereits erfolgreich auch in Berlin umgesetzt. Geplant sind weitere Kulturlogen in Hamburg, Köln, Bonn und Regensburg“, erklärte Vorsitzende Hilde Rektorschek stolz.

In dem Büro am Marktplatz laufen jetzt viele Fäden zusammen, die im vergangenen halben Jahr geknüpft wurden: Das EDV-Programm wurde von Teilnehmern eines Lehrgangs bei der IAD erstellt. Den Rechner selbst organisierte Schirmherr Dr. Karsten McGovern aus Beständen der Kreisverwaltung. Das Kreisjobcenter schickt über seine Leiterin Andrea Martin Eva Ludwig zur Datenpflege. Die ehrenamtlichen Helfer und eine Gruppe von Studentinnen übernehmen – auf Anregung der Uni-Präsidentin Katharina Krause – die telefonische Vermittlung. „Das gibt ein sehr schönes Gefühl“, sagt Hilde Rektorschek. Nach einem Vortrag beim Kinder- und Jugendparlament wurde ihr von dort ebenfalls Mithilfe angeboten. Schon Name und Logo waren eine Spende von Dr. Astrid Wenzel und Thomas Batinic.

Schirmherrin Dr. Kerstin Weinbach freute sich am Freitag, dass die Oberhessische Presse die „toll gelegenen Räume“ nicht „gewinnbringend“ vermietet, sondern der Kulturloge zur Verfügung stellt.

Der Chefredakteur der Oberhessischen Presse, Christoph Linne, schließlich stieß mit den Gästen auf das Büro an. „Es ist schön, dass ein Same, der von der Oberhessischen Presse gelegt wurde, hier aufgeht.“ Es werde weiterhin eine enge Verbindung zwischen Verein und Zeitung geben, kündigte er an. Linne ist Beisitzer der Kulturloge.

Ganz großes Lob ging von der Vorsitzenden in Richtung Veranstalter. „Dass sie sich so engagierten, habe ich nicht erwartet“, räumte Hilde Rektorschek strahlend ein. Mit im Boot sind alle bisher angesprochen Veranstalter von den Kinos und dem Landestheater bis zur Kurhessischen Kantorei und der Evangeliumshalle in Wehrda.

Schneller als geplant können auch Karten an Gäste aus dem Landkreis vermittelt werden, weil die Bürgerhilfe Ebsdorfergrund den Fahrdienst übernimmt. Und Amöneburg hat für ihr Kulturspektakel ein Kontingent an Karten zur Verfügung gestellt. Nun werde man verstärkt um Mitglieder werben, sagte Hilde Rektorschek, um die Kosten, die unter anderem für Telefon und Flyer benötigt werden, decken zu können.

Der Intendant des Landestheaters, Ekkehard Dennewitz, las eine Geschichte vor, die Hilde Rektorschek während ihrer Arbeit bei der Marburger Tafel erlebte und aufschrieb: Eine Frau und ihre Töchter wurden, nachdem über sie im Radio berichtet wurde, reich beschenkt und in die dörfliche Gemeinschaft integriert. Genau das möchte auch die Kulturloge: Menschen mit wenig Geld in der Gesellschaft willkommen heißen – freundlich, respektvoll und ohne Bedingungen.

Das Büro ist zwar fast täglich zur Kartenvermittlung besetzt. Für Publikum ist es zunächst donnerstags von 17 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter Telefon 0170/2916764.

von Christine Krauskopf

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