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Ein Bonbon zum Jahresabschluss

Konzert im Staatsarchiv Ein Bonbon zum Jahresabschluss

Das Jahresabschlusskonzert mit Eva Reidel und Dimiter Ivanov im Hessischen Staatsarchiv war eine perfekte Krönung der tollen Jubiläumssaison der Marburger Schlosskonzerte.

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Boten einen großartigen Konzertabend: Der bulgarische Violinist Dimiter Ivanov und Eva Reidel an der Harfe.

Quelle: Martin Stege

Marburg. Das Jahresabschlusskonzert in Zusammenarbeit mit dem Marburger Geschichtsverein habe inzwischen schon eine gewisse Tradition, so Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch bei der Begrüßung am Montagabend. Für das Programm hatte der Verein Marburger Musikfreunde ein richtiges Bonbon ergattert.

Der bulgarische Violinist Dimiter Ivanov begeisterte zusammen mit Eva Reidel an der Harfe das Publikum im Hessischen Staatsarchiv. Von den ersten Tönen an verteilte sich ein schöner warmer und voller Klang im ausverkauften Landgrafensaal. Wunderbar deutlich waren die Harfentöne von Eva Reidel zu hören, die sich im zweiten Satz der Sonate von Gaetano Donizetti mit Dimiter Ivanovs Geige abwechselte. Das Spiel der beiden Musiker, bei dem sie abwechselnd die Melodie und die Begleitung übernahmen, verdeutlichte die unglaubliche Vielseitigkeit beider Instrumente.

Temperamentvoller wurde es bei der Sonate c-Moll WoO 23 des bedeutendsten deutschen Violinvirtuosen Louis Spohr. Fabelhaft konzertierten Harfe und Geige miteinander, wobei die Eva Reidel an der Harfe im Kontrast zu Ivanovs Geige stand. So gab sie mit tiefen Tönen den hohen Läufen Ivanovs ein festes Fundament und hellte seine tiefen Passagen durch feine, hohe Figuren auf.

Nach dem Solo von Eva Reidel mit Louis Spohrs Fantasie in c-Moll op. 35, folgte die berühmte Meditation aus Jules Massenets Oper „Thais“, die ursprünglich für Solovioline mit Orchesterbegleitung geschrieben wurde. Ivanov überzeugte hier mit seinem ausdrucksstarken Spiel, das nach der Pause mit der Cantabile op. 17 für Violine und Harfe von Niccolò Paganini noch übertrumpft wurde. Der erste Konzertmeister im Frankfurter Opern- und Museumsorchester ließ hier seine Geige wahrlich singen. Er spielte kraftvoll und gleichzeitig mit einer erstaunlichen Leichtigkeit.

Bei seinem Solo begeisterte er das Publikum vollkommen. Paganinis Bearbeitung von „Nel cor più non mi sento“ von 1827 geht zurück auf die gleichnamige Sopran-Arie aus Giovanni Paisellos Oper „La molinara“ aus dem Jahre 1788. Ivanov machte aus dem Stück eine Arie für seine Geige. Leise Töne mischten sich nahtlos mit energischem Strich, die Finger flitzten das Griffbrett hin und her. Je schneller die Passagen, desto mehr Spaß schien Ivanov zu haben und lächelte beim kräftigen Applaus bescheiden und doch ein wenig verschmitzt.

Mit wunderschönen Werken von Fritz Kreisler, Camille Saint-Saens und Pablo de Sarasate wurde es dann wieder etwas melodischer und das Zusammenspiel zwischen Harfe und Geige rückte wieder mehr in der Vordergrund. Mit langem Applaus bedankte sich das Publikum für einen großartigen Konzertabend und wurden dafür mit einer Wiederholung aus der Donizetti-Sonate als Zugabe belohnt.

von Mareike Bader

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