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Marburg Ein Blick auf die moderne Hölle
Marburg Ein Blick auf die moderne Hölle
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16:57 15.04.2014
Prof. Dr. Thomas Erne und Renate Rothkegel vor einer Arbeit von Adolf Buchleiter. Foto: Heike Döhn
Marburg

Das sagte der Direktor des Instituts, Prof. Dr. Thomas Erne, bei der Vernissage zum Semesterbeginn. Er strich den meditativen Moment der Entstehung der Arbeiten heraus, die oft aus unendlich vielen kleinen Strichen mit großer Geduld über Monate hinweg entstanden sind - an den großformatigen Werken arbeitete Buchleiter über Monate hinweg.

„In diesen Bildern sind die Beharrlichkeit und die Konzentration des Künstlers spürbar“, sagte Erne. Ihre ästhetische Wirkung habe viel mit der Dauer ihres Entstehens zu tun. Die Formen, die in diesem Prozess entstehen, seien nicht vorausgesetzt, sondern entstünden im Prozess des Malen. „Auch in der Kirche wissen wir nicht immer, was das Ziel ist“, so Erne.

Gerade auf den zweiten Blick offenbarten die Bilder ein ursprüngliches Grauen. Die Kunstwerke, die von Dantes Inferno inspiriert seien, lösten einen „Existenzschauer“ aus, der sich nicht sofort aufdränge, sondern sich erst bei intensiver Betrachtung einstelle.

„Es gehört Mut dazu, es mit den Bildern Dantes aufzunehmen“, sagte Renate Rothkegel, Lebensgefährtin und Nachlassverwalterin des 2000 bei einem Unfall von seinen eigenen Bildern erschlagenen Künstlers.Buchleiter habe keine Illustrationen des Textes von Dante geliefert, er habe seine ganz eigene Sicht auf die moderne, gegenwärtige Hölle gezeichnet. Dabei habe er das übliche Format der Gattung Zeichnung gesprengt und Monumentalzeichnungen von fünf Quadratmetern Größe angefertigt - die sechste blieb unvollendet und ist ebenfalls im Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart im 1. Stock der in der Alten Universität (Lahntor 3) zu sehen.

Buchleiter lehrte an der Kunst- und Werkschule in Pforzheim und war ab 1971 bis 1992 Professor an der Gesamthochschule Kassel. Die Dante-Bilder, die den Kern der Marburger Ausstellung bilden, entstanden in seinem Ruhestand in den Jahren bis zu seinem Tod.

Die Ausstellung „Aus der Zeit in den Raum der Dinge“ ist bis zur Nacht der Kunst am 27. Juni zu besichtigen, von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, freitags bis 14 Uhr. Die Finissage findet am 27. Juni um 22 Uhr statt. Vier der großformatigen Werke bleiben dem Institut erhalten, sie wurden vom Versicherer im Raum der Kirchen (VRK) gestiftet.

Von Heike Döhn

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