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Duo fängt Zuhörer mit Klangzauber ein

Marburger Schlosskonzerte Duo fängt Zuhörer mit Klangzauber ein

Das war wieder ein Konzert für Genießer: 150 Besucher erlagen am Samstag dem Klang von Gambe und Cembalo und erfreuten sich am Spiel von Simone Eckert und Michael Fuerst.

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Die Gambistin Simone Eckert und Cembalist Michael Fuerst begeisterten das Publikum beim Schlosskonzert im Fürstensaal.Foto: Helmut Rottmann

Marburg. „Mit Feuer und Bravour“ wollten Eckert und Fuerst an den 300. Geburtstag von Friedrich dem Großen erinnern. Dafür hatten sie Werke aus der Zeitspanne von Barock und Frühklassik von Carl Friedrich Abel, Johann Sebastian Bach und seinem dritten Sohn Carl Philipp Emanuel Bach ausgewählt.

Letzterer musizierte insgesamt 30 Jahre zuerst beim Kronprinzen Friedrich, dann beim späteren König Friedrich II. Die letzten 20 Jahre seines Lebens wirkte er in Hamburg als Nachfolger seines Taufpaten Georg Philipp Telemann.

Carl Friedrich Abel war ein gefeierter Gambenspieler seiner Zeit, der 1764 in London zusammen mit Johann Sebastians Bachs jüngstem Sohn, Johann Christian Bach, die „Bach-Abel-Concerts“ gründete. Seine Sonate G-Dur WKO 149 musizierten Simone Eckert mit weich fließendem Gambenton und Michael Fuerst mit perlendem Cembalospiel. Das Publikum bewunderte die Spielkunst des Duos.

Bei Carl Friedrich Abels Allegro, Adagio und Allegro für Viola da Gamba solo zog Simone Eckert alle Register ihres virtuosen Spiels. Die Gambistin begeisterte mit zartem und warmem Ton in sanglichem Thema, mit reinen Doppelgriffen und schlanken Tonläufen.

Was für ein zauberhafter Klang, welch hohe Spielkultur, was für schöne Musik: Simone Eckert und ihre Gambe aus der Mitte des 18. Jahrhunderts schwangen im Einklang mit den Herzen der Zuhörer.

Stürmischer Beifall vom Marburger Publikum

Johann Sebastian Bach war mit drei Werken vertreten. Bei seiner Sonate D-Dur BWV 1028 fächerte das Duo geschickt Melodien, Harmonien und Rhythmen auf. Dabei verliehen sie dem Andante zarten Charme, innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Das abschließende Allegro begeisterte mit seiner Agilität und interpretatorischer Frische.

Bei Johann Sebastian Bachs Ricercare à 3 und à 6 aus dem Musikalischen Opfer spielte Cembalist Michael Fuerst das erste der beiden Werke mit souveräner Leichtigkeit und Klarheit. Er ließ damit das raffiniert verarbeitete Werk in seiner ganzen Schönheit erstrahlen.

Es ist eine Kunst, dieses Ricercar à 6 in seiner Klangdichte so zu modellieren, dass alle Stimmen transparent bleiben. Michel Fuerst hat sie durch sein kristallines Spiel in lichtem Cembaloklang mit all ihren Feinheiten mustergültig verdeutlicht.

Zum Abschluss erklang Carl Philipp Emanuel Bachs Sonate D-Dur Wq 137. Ein Adagio-Auftakt in sinnlicher Schönheit umgarnte die Zuhörer, die sich bereitwillig von diesem Klangzauber einfangen ließen.

Für den stürmischen Beifall bedankten sich Eckert und Fuerst mit einer Sonaten-Zugabe von Franz Xaver Hammer, der im Konzert der Wiener Uraufführung von Joseph Haydns erstem Oratorium „Die Heimkehr des Tobias“ ein eigenes Cellokonzert vortrug.

Das nächste Schlosskonzert findet am Samstag, 1. September um 20 Uhr im Fürstensaal statt. Es musizieren die jungen Künstler Johanna Weidner und Jenny Li, Svenja Schmidt-Rüdt und Clara Pilgrim, Paula Fischer und Jördis Tielsch, Julian Sauer und Franceska Lenz sowie Anissa Baniahmad und Lukas Rommelspacher.

von Helmut Rottmann

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