Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Du darfst! - Astrid Gloria will aber nicht

Kückenkabarett mit Astrid Gloria Du darfst! - Astrid Gloria will aber nicht

Hertha Schwätzig ist mutiert zur Zauber-Kräuter-Kochhexe Astrid Gloria. Im KFZ ließ sie beim Kabarettherbst nichts anbrennen.

Voriger Artikel
Mephisto und das Occupy-Camp
Nächster Artikel
Positives Signal an die Fronhäuser Genossen

Marburg. „Joghurt mit Erdbeergeschmack sollte eigentlich Joghurt mit Schimmelpilzkacke heißen!” Das findet jedenfalls die früher unter dem Pseudonym Hertha Schwätzig bekannte Künstlerin Astrid Gloria. Die Komikerin und Zauberin mit mehrjähriger Ausbildung in pflanzlicher Koch- und Heilkunst spricht aus, was wir immer schon geahnt oder irgendwo gehört und wieder im Unterbewusstsein vergraben haben: Dass nämlich im Erdbeerjoghurt keine Erdbeeren sind, sondern die Ausscheidungen von Schimmelpilzkulturen.

Mit ihrer „Zauber-Kräuter-Kochshow” tritt Astrid Gloria am Samstag im KFZ den Beweis an, dass Kochen nichts mit den faulen Tricks der Nahrungsmittelindustrie zu tun hat, sondern immer magisch ist: Konsistenzen und Farben verändern sich, aus fest wird flüssig - und umgekehrt. Ungenießbares wird lecker - und umgekehrt. So ironisch kommentiert die gebürtige Göttingerin und Wahl-Kölnerin nicht nur alles rund ums Kochen, auch die Diätindustrie wird nicht verschont: „Da kann noch so oft ‚Du darfst!’ draufstehen, ich will aber nicht!”.

„Gemüsegenuss statt Diätwahn” könnte das Motto der Zauber-Köchin lauten, die von Essverboten nichts hält, dafür aber viel von der positiven Wirkung von Gemüse und Kräutern auf Körper und Geist.

Die Beweismittel für ihre Thesen stellt Astrid Gloria gleich auf der Bühne her - sie kocht ihre „Grüne Seeräubersuppe” aus grünem Gemüse und Kokosflocken und ein „Prinzessinnenpüree” aus Erbsen, gewürzt mit Minze, Zitronenmelisse und Dill.

Während das Gemüse vor sich hin blubbert, unterhält die Künstlerin mit kleinen Zaubertricks, erzählt Anekdoten zu Geschichte und Mythologie der verwendeten Zutaten und singt Lieder, die mit Texten wie „Kräutlein klein, Kräutlein fein, komm in meine Suppe rein” längst vergangene Kindergartenzeiten heraufbeschwören. Bei der anschließenden Essensausgabe entsteht im KFZ zwischen fremden Menschen plötzlich eine gemütliche Küchenparty-Gemeinschafts-Atmosphäre - wieder so etwas Magisches.

von Vera Zimmermann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg