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Marburg Bund fördert "Saubere Luft" in Marburg
Marburg Bund fördert "Saubere Luft" in Marburg
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00:17 19.03.2019
Bundestagsabgeordneter Sören Bartol (SPD) übergab die Förderbescheide an Scouter-Geschäftsführer Thomas Grossnann. Quelle: Freya Altmüller
Marburg

Bisher hatte das Marburger Carsharing-Unternehmen, das unter der Marke Scouter bekannt ist, nur ein Elektroauto. Denn die Anschaffungskosten sind höher als bei Verbrennungsautos, sagt Geschäftsführer Thomas Grossnann. Zudem müssen Ladesäulen gebaut werden.

Mit der Fördersumme von 70.000 Euro will das Unternehmen nun insgesamt neun Elektroautos anschaffen, von denen drei zusätzliche Renault Zoe im Laufe des Jahres nach Marburg kommen sollen. Die Mehrkosten für die Anschaffung sollen mit der Fördersumme gedeckt werden. Das Geld ist an diese Investition gebunden, erklärt Bundestagsabgeordneter Sören Bartol (SPD), der die Bescheide überreichte.

Carsharing-Autos sparen Parkplätze

2017 habe die Bundesregierung das Sofortprogramm „Saubere Luft“ mit einer Summe von einer Milliarde Euro aufgelegt, so der Politiker. Neben Elektromobilität werden auch Klimaschutzprojekte bezuschusst. Die Förderung soll Bartol zufolge in erster Linie Kommunen zugute kommen, in diesem Fall profitiere ausnahmsweise auch ein privatwirtschaftliches Unternehmen.

Die drei neuen Elektroautos sollen drei Scouter-Autos mit Verbrennungsmotor ersetzen.­ Der Bundestagsabgeordnete erklärt, dass die Förderung auch zur vermehrten Nutzung von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen in der Bevölkerung allgemein beitragen könnte: „Elektroautos muss man einfach mal ausprobieren“, so Bartol. So könnten Hemmschwellen überwunden werden. Grossnann berichtet, dass das erste Scouter-Elektroauto tatsächlich von vielen Nutzern aus der ganzen Stadt gebucht worden sei, die es offensichtlich testen wollten.

Die meisten Fahrten, die von den Nutzern unternommen würden, seien locker mit einem Elektroauto zu bewältigen, so Grossnann. Denn die Distanzen seien meist gering. An der Station werde das Auto bei der Abgabe von den Kunden angeschlossen und lade dann wieder auf. Mindestens die ­halbe Batterieladung werde vor der nächsten möglichen Ausleihe sichergestellt. Bei weiten Fahrten können Kunden vorab online den Ladestand abfragen und gegebenenfalls auf ein ­Verbrennungsauto umbuchen.

Für Urlaubsfahrten würden Nutzer nach wie vor lieber auf Autos mit Verbrennungsmotor zurückgreifen, weil Tankstellen an jeder Ecke zu finden seien. Grossnann rechnet vor, dass es für die Fahrten, die Scouter im vergangenen Jahr mit 45 Autos bewältigt hat, 350 Privatautos bedurft hätte, um den Bedarf zu decken. Daher trage Carsharing dazu bei, dass weniger Fahrzeuge in der Stadt parken. Zudem würden so Ressourcen für die Herstellung der Autos gespart.

Auch die Marburger Stadtverwaltung arbeitet seit vielen Jahren mit Scouter zusammen und nutzt teils deren Fahrzeuge als Dienstwagen. Da auch andere Kommunen dem Modell folgen, spricht Sören Bartol von einer „kleinen Revolution“.
Die Stadtverwaltung habe nun auch in der Marburger Straße in Cappel die erste Station im öffentlichen Verkehrsraum ermöglicht, so Grossnann.

Insgesamt stehen die Autos von Scouter an 24 Stellen in Marburg, Wehrda und Cappel (siehe Grafik). Weitere fünf sollen dieses Jahr entstehen. Bei Scouter buchen die Kunden ein Auto, das ihnen dann verlässlich an einer festen Station zur Verfügung gestellt wird. Insgesamt 1.850 Kunden sind in der Universitätsstadt unter Vertrag.

Flotte mit insgesamt mehr als 50 Fahrzeugen

Das Marburger Carsharing-Unternehmen „einfach mobil Carsharing GmbH“ wurde im Jahr 2001 gegründet. Zehn Jahre später wollte die Firma auch außerhalb Hessens Autos zur Nutzung anbieten und gründete die Sharegroup GmbH. Mittlerweile werden die Fahrzeuge der beiden Unternehmen ­alle unter dem gleichen Markennamen, „Scouter“ angeboten. Die weiteren inzwischen sechs Standorte sind in Gießen, Kassel, Bonn, Nürnberg, Fürth und Würzburg.

Wo die Stellplätze für die drei neuen Elektroautos sein werden, will Grossnann noch nicht öffentlich machen. Das bereits bestehende elektrisch angetriebene Auto der Scouter-Flotte steht am Softwarecenter 3 in Marburg.
Neben den drei Elektroautos sollen in diesem Jahr auch noch fünf weitere Verbrennungsautos angeschafft werden, sodass Scouter dann in der Universitätsstadt über mehr als 50 Fahrzeuge verfügt. Dadurch verspreche sich das Unternehmen mehr Kunden, so der ­Geschäftsführer.

von Freya Altmüller

Die 24 Scouter-Stationen

  1. Wehrdaer Straße 112
  2. Bahnhofstraße 32
  3. Haselhecke 10a
  4. Firmaneistraße 1
  5. Pilgrimstein 17
  6. Georg-Voigt-Straße 74
  7. Am Plan 2
  8. Am Grün 18
  9. Kreuzung Jägerstraße/Am Grün
  10. Weidenhäuser Str. 97
  11. Friedrichstraße 36
  12. Friedrichstraße 24
  13. Haspelstraße 23
  14. Ockershäuser Allee 18
  15. Softwarecenter 3
  16. Frankfurter Straße 12
  17. Stiftstraße 5
  18. Leopold-Lucas-Straße 50
  19. Frankfurter Straße 66
  20. Brüder-Grimm-Straße 1A
  21. Ernst-Moritz-Arndt-Straße
  22. Frauenbergstraße 35
  23. Marburger Straße 100 (Cappel)
  24. Marburger Straße 16a (Cappel)