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Marburg Drachen in 3D-Optik sehr gefragt
Marburg Drachen in 3D-Optik sehr gefragt
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00:17 06.11.2018
Archivfoto: Am Marburger Hasenkopf steigen gerade jetzt im Herbstwind des Öfteren Drachen in die Luft. In der Lahnstadt ist das ein beliebtes Hobby, was Verkaufsgeschäfte bestätigen. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Wer kennt es nicht aus Kindertagen, wenn man mit den Eltern oder gar dem Kindergarten loszog und einen selbst gebauten Drachen steigen ließ?

Über Generationen wurden damit viele Kinderaugen zum Leuchten gebracht. Für jeden Geschmack und Alter gibt es heutzutage Modelle. Von Einleinermodellen wie dem Kastendrachen oder dem Gleitdrachen über Mehrleiner wie dem Deltadrachen oder etwa Leichtwinddrachen ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Modelle von 8,50 Euro bis 56 Euro erhältlich

Auch in Marburg gehört das Drachensteigenlassen seit Jahrzehnten zu den Freizeitaktivitäten der Kinder. Orte wie das Cappeler Feld, die weiten Äcker rund um den Stadtwald, aber auch die Lahnauen im Afföller und am Krekel eignen sich dazu perfekt.
Gaby Ahlborn, Leiterin der Marburger Kinderkiste, erklärt auf Anfrage, dass die Nachfrage­ nach fertigen Drachen-Sets in den vergangenen Jahren gestiegen, der Verkauf von einzelnen Teilen jedoch zurückgegangen ist. Dennoch erfreut sich das Spielzeuggeschäft reger Nachfrage. Bei der Filiale in der Oberstadt gibt es viele verschiedene Modelle für Kinder, aber auch Erwachsene im Preissegment zwischen 8,50 Euro beziehungsweise 56 Euro im Angebot. „Auch ein 3D-Drachen ist sehr gefragt“, sagt Ahlborn.

Viele Kinder würden ihren Drachen schon seit Generationen auf dem Gelände der früheren Tannenberg-Kaserne im Stadtwald steigen lassen oder nähmen ihn mit in den Urlaub an Nord- oder Ostsee.

Flugverbot in der Nähe von Flugplätzen

Ähnlich verhält es sich im Afföller bei Spielwaren Sulzer. „Von einfachen Drachen für die Hosentasche, bis hin zu Lizenzprodukten etwa von Prinzessin Lilifee oder StarWars“, sagt Florian Sulzer. „Die Regale seien nach jeder Saison leer, die Nachfrage die vergangenen Jahre ungebrochen; 20 bis 30 Modelle habe man ganzjährig im Angebot.“

Beim Drachensteigenlassen gilt es allerdings, einiges zu beachten: Die Umgebung der Flugstelle sollte möglichst frei von Bäumen, Strommasten oder ­anderen störenden Faktoren sein, verboten ist es etwa in der Umgebung von Flughäfen oder Flugplätzen, erklärt auf Anfrage die Marburger Polizei.
Es empfiehlt sich außerdem, vorher zu prüfen, in welcher Richtung und wie stark der Wind weht.

Brauch stammt aus dem alten China

Bei Orkan sollte man einen Drachenflug vermeiden, da der Drachen kaputt gehen könnte. Kinder unter zwölf Jahren sollten ihren Drachen außerdem in Begleitung eines Erwachsenen steigen lassen, sodass dieser im Zweifelsfall einschreiten kann.
Letztlich stellt sich auch die Frage, woher stammt der Brauch des möglichst bunten Drachensteigens? Die ersten Drachen wurden bereits vor 2 500 Jahren im alten China gebaut und traten von dort aus ihre Reise um die Welt an. Sie sollten Glück verbreiten, böse Geister vertreiben und bunte Farben in düstere ­Tage bringen. Dieser Brauch hat sich in asiatischen Ländern bis heute bewahrt.

Der Vorläufer der bei Kindern beliebten Spielzeugdrachen liegt derweil im alten Rom. Dort wurden bunte Windsäcke etwa bei Siegen oder Sportfesten in den Wind gehängt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.