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Don Juans mit verstörten Herzen

Waggonhalle Marburg Don Juans mit verstörten Herzen

Was ist nur mit den Männern los? Wie konnte es passieren, dass sie so gar nichts mehr zu sagen haben? Diese Fragen stellte Stephan Bauer in der Waggonhalle – und sorgte damit für Lachtränen beim Publikum.

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Die Sinnkrise der Männlichkeit machte Stephan Bauer zum Gegenstand seines Comedy-Programms.

Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Mutterseelenallein steht Stephan Bauer auf der fast leeren Bühne, nur ein Tisch und ein Stuhl, sonst nichts. Erwartungsvoll schauen ihn die Gäste an – und wenig später schütten sie sich aus vor Lachen.

Was der sympathische Künstler am Donnerstag bot, war professionelles Kabarett, hintersinnig, doppelbödig, schlagfertig, intelligent, gelegentliche Kalauer inbegriffen. Da folgte Pointe auf Pointe, vom Lachen kam das Publikum ganz außer Atem. Stephan Bauers Comedy war nicht derart holzschnittartig wie die Mario Barths, der ähnliche Themen aufgreift, sondern feiner, vielschichtiger, treffender. Viele Zuschauer schienen sich in seinen Gags wiederzufinden.

Männlichkeit, die hätte mal etwas bedeutet, erklärte der Künstler. Früher, ja. Heute flüchte sich das starke Geschlecht in allerlei skurrile Nischen, wie beispielsweise in die Extremsportarten. Wer sich frei fühlen wolle, betreibe heutzutage Free-Rafting (Kanufahren ohne Kanu) oder Free-Willy (mit offener Hose herumlaufen). Zu Hause hätten die Helden von einst hingegen so gut wie nichts mehr zu melden, so Bauer.

In der Reihe „Comedygötter“ sind in der Waggonhalle unter anderen noch folgende Künstler zu sehen: 3.10.: David Leukert, 7.1.: Anny Hartmann, 5.12.: Holger Paetz.

von Bettina Preussner

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der Printausgabe der OP.

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