Volltextsuche über das Angebot:

24 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Die documenta für Einsteiger

Die documenta für Einsteiger

Halbzeit bei der documenta (13) in Kassel. Die Schau von Carolyn Christov-Bakargiev könnte eine der erfolgreichsten Weltkunstausstellungen werden. Die Resonanz ist groß.

Voriger Artikel
Hoffnung für erkrankte Seelen
Nächster Artikel
Stark und doch zerbrechlich

Besucher betrachten das Kunstwerk „Leaves of Grass“ des kanadischen documenta-Künstlers Geoffrey Farmer. Es besteht aus hunderten Schattenspielpuppen, die der Künstler aus 50 Jahrgängen des US-Magazins „Life“ ausgeschnitten hat. Foto: Uwe Zucchi

Quelle: Uwe Zucchi

Kassel. Die documenta (13) hat bereits mehr als 10 000 Dauerkarten verkauft - ein Rekord. Auch dies ein Zeichen, dass das Konzept der temperamentvollen Documenta-Chefin mit italienischen, bulgarischen und amerikanischen Wurzeln aufzugehen scheint. Damit wurden bereits jetzt rund 70 Prozent mehr Dauerkarten als bei der gesamten 12. Ausgabe der Weltkunstausstellung im Jahr 2007 verkauft, teilte die documenta am Dienstag mit. Für Geschäftsführer Bernd Leifeld ist das „eine Erfolgsgeschichte.“ Die documenta, die am 9. Juni und am 16. September endet, könnte noch mehr Besucherrekorde brechen: Bei der documenta 2007 wurden insgesamt 5901 Dauerkarten verkauft und insgesamt 750 000 Besucher gezählt.

Dabei gab es im Vorfeld einige Irritationen und Proteste gegen das Konzept: Insbesondere der Streit um eine Skulptur des Bildhauers Stephan Balkenhol beschäftigte die Medien, der Kunsthistorikerin Christov-Bakargiev wurde sogar Totalitarismus vorgeworfen.

Das alles ist vergessen. In der Presse gab es nach der Eröffnung hymnische Kritiken. Vielleicht auch deshalb, weil sich die documenta (13) so konsequent wie selten zuvor dem herrschenden Kunstbetrieb a la Jeff Koons oder Damien Hirst verweigert. Christov-Bakargiev präsentiert eine abwechslungsreiche, eine sehr politische Ausstellung, die sich durch weite Teile der Kasseler Innenstadt zieht. Man sollte für einen Besuch Zeit mitbringen, je mehr, desto besser.

Die OP wird in den kommenden Wochen in lockerer Folge unter dem Titel „documenta für Einsteiger“ Künstler und ihre Werke vorstellen, die es noch bis zum 16. September zu entdecken gilt.

Den Auftakt macht der Kanadier Geoffrey Farmer, dessen monumentale Collage „Leaves of Grass“ in der Neuen Galerie am Rand der Karlsaue zu sehen ist. Farmer ist einer von mehr als 150 Künstlern, die bei der Weltkunstschau vertreten sind.

Farmer wurde 1967 in Vancouver geboren, wo er auch lebt. Farmer hat für seine Arbeit eine ganze Wand im ersten Stock der Galerie bekommen. „Leaves of Grass“ ist eine Arbeit, in der sich der Betrachter für lange Zeit verlieren kann. Die Arbeit besteht aus vielen hundert Schattenspielpuppen, die der Künstler aus 50 Jahrgängen des US-Magazins „Life“ ausgeschnitten und montiert hat.

So offenbart sich dem Betrachter in diesem fotografischen Gedächtnis des vergangenen Jahrhunderts auch der Blick der Amerikaner, der Supermacht, auf sich und auf die Welt. Und sie zeigt gleichzeitig, wie vergänglich Zeit ist.

Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 20 Uhr

Preise: Tageskarte 20 Euro (ermäßigt 14 Euro), Dauerkarte 100 Euro (ermäßigt 70 Euro), Familientageskarte für bis zu zwei Erwachsene und drei Kinder 50 Euro.

Hauptveranstaltungsorte sind Fridericianum, Documenta-Halle, Neue Galerie, Orangerie und der weitläufige Karlsaue-Park.

von Uwe Badouin

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg