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Die Uhr zurückgedreht

musikalische Zeitreise Die Uhr zurückgedreht

Amerikanischer Blues, französischer Cancan oder deutscher Schlager, Balladen aus den 20er Jahren oder Jazz aus den 40ern – die Darbietung des „Kleinen Salonorchesters“ ließ kaum Wünsche offen.

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„Das kleine Salonorchester“ spielte am Sonntag im 80 Jahre alten Saal des Ernst-von-Hülsen-Hauses ein Benefizkonzert zugunsten der Kulturloge.

Quelle: Tobias Bischoff

Marburg. Am Sonntagmorgen stellte Marburg seine Uhren auf Winterzeit. Das Publikum des ersten Benefizkonzertes zugunsten der Kulturloge Marburg jedoch stellte sie noch eine ganze Ecke weiter. „Wir nehmen sie heute noch weiter mit in die Vergangenheit“ versprach der Banjo-Spieler des kleinen Salonorchesters, Horst von der Wege, „genauer gesagt in die 1920er bis 40er Jahre“. Die musikalische Zeitreise, auf die die Musiker ihre etwa 150 Zuhörer einluden, führte nicht nur durch unterschiedliche Epochen, sondern gleich auch durch eine ganze Reihe von Musikstilen.

Bekannte Klassiker wie „Georgia on my mind“, „St. Louis Blues“, „Kann den Liebe Sünde sein“, „Mr. Sandman“, oder die Heinz Rühmann Hommage „Er bricht die Herzen der stolzesten Frauen“ kündeten von den goldene Tagen des Blues und Swings, aber auch des Jazz und europäischen Schlagers, zwischen 1910 und 1940. Bei der Darbietung brillierte vor allem der Geiger der Gruppe, dem es immer wieder gelang sich durch sein Können in den Vordergrund zu spielen und den das Publikum für seine Leistung mit einer gehörigen Portion Applaus würdigte.

Ganz im Gegensatz zum Glamour der musikalischen Ära, präsentierten sich die Musiker des Salonorchesters in schlichtem Schwarz. Nur Sängerin Irene Anna von der Wege bildete hier die Ausnahme. Seidener Schal, fedrige Boa, und funkelnde Ketten waren die auffälligen Accessoires ihrer mehrmals am Abend wechselnden Garderobe.

Abgesehen von ihrer musischen Passion, teilt das Ehepaar von der Wege zudem ein gemeinnütziges Engagement. Beide arbeiten als ehrenamtliche Helfer für die Kulturloge Marburg. Der Verein vermittelt Karten für kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen und Kino- oder Theaterbesuche an mittellose Menschen. „Die Idee, die der Kulturloge zugrunde liegt, ist unterstützenswert“, erklärte die Sängerin nach dem Konzert. „Und wie hätten wir den Verein besser unterstützen können als mit einem Konzert in einem solch beeindruckenden Saal“.

von Tobias Bischoff

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