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Marburg Die Suche nach dem richtigen Mann
Marburg Die Suche nach dem richtigen Mann
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18:38 11.04.2012
Familienzusammenführung ist nicht leicht: Nathalie (Audrey Tautou) und ihr Mann François (Pio Marmaï) mit ihren Schwiegereltern.Foto: Concorde
Marburg

Für Liebende zählen nur innere Werte. Das Aussehen? Nebensache. Eine wunderbar romantische Vorstellung, die der Realität allerdings selten standhält. Denn attraktive Menschen haben es meist leichter, egal ob im Job oder in der Liebe, wobei Macht und Geld die Anziehungskraft noch gewaltig steigern können. Wo solche Reize fehlen, ist man schnell im Reich der Märchen, wie bei „Die Schöne und das Biest“: Bildhübsches Mädchen liebt hässliches Monster.

Der Film „Nathalie küsst“ mit Audrey Tautou greift das Motiv dieses alten französischen Volksmärchens auf. Entstanden ist eine romantische und anrührende Geschichte um Liebe, Trauer und den Mut, auch gegen Widerstände zu seinen Gefühlen zu stehen.

Nathalie (Tautou) ist eine Frau, von der Männer träumen. Sie ist ebenso stark und schön wie verletzlich. Als ihr Freund François um ihre Hand anhält, ist sie im siebten Himmel. Doch ihr Glück ist nicht von langer Dauer. François stirbt und für Nathalie bricht eine Welt zusammen. In ihrer Trauer stürzt sie sich in die Arbeit und macht Karriere.

Alles läuft gut, bis Nathalie eines Tages einen Fehler macht: Leidenschaftlich fällt sie einem ihrer Mitarbeiter um den Hals und küsst ihn. Es ist ausgerechnet Markus (François Damiens), der völlig unscheinbar und linkisch ist, mit biederem Vollbart und unglaublich spießigen Pullis. Eine seltsame Beziehung zwischen den beiden entsteht, die im Kreise von Nathalies Kollegen und Freunden für gewaltigen Aufruhr sorgt.

Der Film beruht auf dem gleichnamigen Roman von David Foenkinos, der auch gemeinsam mit seinem Bruder Stéphane Regie geführt hat. Ihr gemeinsames Werk beginnt so, wie man es in französischen Filmen gerne sieht: als luftig-leichte Liebeskomödie rund um eine komplizierte, aber sehr hübsche und interessante junge Frau. Es dauert ein bisschen, bis der Film in Fahrt kommt. Richtig interessant wird es, als sich Nathalie und der schräge Markus begegnen - und eine sehr seltsame Liebesgeschichte beginnt, die weniger auf große Gesten, als vielmehr auf kleine Dinge setzt. Schön dabei ist, dass es immer wieder auch komische Momente gibt. Die geben dem Film die Leichtigkeit zwischen Freude und Melancholie, für die französisches Kino so beliebt ist.

„Nathalie küsst“ startet im Capitol-Center.

von Cordula Dieckmann