Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 8 ° heiter

Navigation:
Die Magie von Körper und Gesicht

Marburger Kamerapreis 2012 Die Magie von Körper und Gesicht

Agnès Godard wird am 2. März mit dem Marburger Kamerapreis 2012 ausgezeichnet. Nach Ansicht der Jury ist die 60-Jährige „eine der mutigsten und vielseitigsten Bildgestalterinnen im europäischen Film“.

Voriger Artikel
Rocken auf Socken
Nächster Artikel
Die Richtung ist schwer zu benennen

Das Foto zeigt die Marburger Kamerapreisträgerin des Jahres 2012, Agnès Godard, bei Dreharbeiten in den Bergen.

Quelle: Privatarchiv Godard

Marburg. Der mit 5.000 Euro dotierte 12. Marburger Kamerapreis geht an eine Frau: Agnès Godard.

Dies teilte Marburgs Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach am Freitag mit. Godard ist nach Judith Kaufmann, die im Jahr 2006 ausgezeichnet wurde, erst die zweite Frau, die den Marburger Kamerapreis erhält.

Allerdings gibt die Jury-Entscheidung damit auch ein Stück weit das Verhältnis von Männern zu Frauen in der Kameraarbeit wider, die nach wie vor eine Männerdomäne ist, wie Viola Laske vom Bundesverband Kamera betonte: Auf eine Kamerafrau kommen in Deutschland zehn Kameramänner.

Die am 28. Mai 1951 in dem mittelalterlichen Kleinstädtchen Dun-sur-Auron im Herzen Frankreichs geborene Kamerafrau trägt zwar einen für die französische Filmkunst bedeutenden Namen, sie ist aber weder verwandt noch verschwägert mit dem berühmten Regisseur Jean-Luc Godard, betonte Professor Dr. Malte Hagener bei der Bekanntgabe der Preisträgerin.

Der Medienwissenschaftler ist der Nachfolger des emeritierten Professors Dr. Karl Prümm, der den Marburger Kamerapreis im Jahr 2000 initiierte und dem Preis nach wie vor als Mitglied des Beirats verbunden bleibt.

Die Jury würdigte die „Intensive Neugier auf die Welt“, die „Lust am Sehen und ein Gespür dafür, die Dinge und die Menschen neu und auf andere Weise visuell zu entdecken“, die in Godards Werk deutlich werde. Prümm und Hagener betonten zudem die stilprägende Kameraarbeit der Preisträgerin, die mit großem Einfühlungsvermögen Menschen und ihre Körper abbilde, die Kameraführung auf ihren elementaren Ursprung, das Porträtieren, zurückführe.

„Ich filme ebenso gerne Männer wie Frauen. Hinsehen muss heißen, berühren zu wollen. Ich kann endlos lange Gesichter und Körper beobachten, ich finde sie unerschöpflich. Die Magie des Kinos beruht auf ihrer Wirkung“, beschrieb Agnès Godard in einem Interview die Nähe ihrer Kamera zu den Protagonisten.

von Uwe Badouin

Mehr lesen Sie am Samstag in der Printausgabe der OP und bereits am Freitagabend auf Ihrem iPad.

Voriger Artikel
Nächster Artikel