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Marburg Die Leinwand als Bühne
Marburg Die Leinwand als Bühne
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21:50 19.11.2010
Mit ihren lebensgroßen Ölgemälden sorgt die Künstlerin Doris Baum derzeit mit ihrer Ausstellung „Maria durch ein Dornwald ging“ im Arbeitsgericht für Aufsehen. Quelle: Bettina Preussner

Marburg. Der Andrang im Kunst-Forum des Arbeitsgerichtes war groß: Rund hundert Gäste wollten am Mittwoch bei der Eröffnung der Ausstellung „Maria durch ein Dornwald ging“ mit Bildern von Doris Baum dabei sein. „Wir leben ja hier schon im Zeitalter der Götterdämmerung“, rief der Direktor des Arbeitsgerichts Hans Gottlob Rühle den Besuchern zu und spielte damit auf die bevorstehende Schließung des Gerichts an. „Deshalb genießen wir jede Vernissage!“

Rühle gab in seiner Laudatio eine kurze Einführung in Leben und Werk der Künstlerin. Doris Baum wurde in Görlitz geboren und ging nach der Wende nach Nürnberg, wo sie an der Akademie der Bildenden Künste studierte. Sie war Schülerin von Johannes Grützke, einem der bedeutendsten Künstler in Deutschland. Doris Baum arbeitete als Porträtmalerin und hat unter anderem Henry Kissinger und Ludwig Erhard gemalt. 2007 kam sie nach Marburg und lebt seitdem als freie Künstlerin in der Stadt.

Doris Baum sei zwar im Sozialismus aufgewachsen, habe aber eine stark religiöse Grundhaltung, erläuterte Rühle. Dennoch seien viele ihrer Bilder für gläubige Katholiken „grenzwertig“. „Doris Baum hat eine sehr weite Gottessicht und ist nicht dogmatisch festgelegt“, betonte der Direktor des Gerichts.

Die vielschichtigen Ölbilder der Künstlerin lassen wohl niemanden kalt. Sie zeigen vor allem menschliche Figuren, meist lebensgroß, oft in provokanten Inszenierungen. Die Malerin kombiniert darin klassische Symbole aus der Kunstgeschichte mit gesellschafts- und religionskritischen Elementen. „Meinen Bildern liegen starke eigene Geschichten zugrunde“, erklärte Baum. „Ich bin gespannt, welche Geschichten Sie als Betrachter darin sehen.“

von Bettina Preussner

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