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Die Gegensätze von Barock und Moderne

Eckelshausener Musiktage Die Gegensätze von Barock und Moderne

„Königliche Barockmusik“ am Samstagabend: Werke von André Jolivet und Benjamin Britten schienen da nicht ganz ins Bild zu passen. Aber nicht nur die Musik war hoheitsvoll, sondern auch die ­Instrumente.

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„Königliche Barockmusik“ im Glaspavillon Velte bei den Eckelshausener Musiktagen: Das Publikum war restlos begeistert von dem Konzert.

Quelle: Thorsten Richter

Eckelshausen. Im 18. Jahrhundert galt die Flöte, die auch von Friedrich dem Großen sehr geschätzt wurde, als „Instrument der Könige“. Auch die Oboe galt als königlich, ist sie doch in Frankreich von verschiedenen Musikerfamilien am Hofe Ludwigs XIV entwickelt worden.

Diese beiden Instrumente, gespielt von Sebastian Wittiber und Michael Sieg, standen am Samstagabend im Glaspavillon Velte in Eckelshausen im Vordergrund. Peter Wolf am Cello und Susanne Rohn am Cembalo wirkten ebenfalls mit. Die Triosonaten von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) sowie dessen Sohn Carl Philipp Emanuel Bach (1714 bis1788) bildeten den Rahmen des Programms. Beide Werke zeigten sowohl die Kunstfertigkeit der Komponisten, als auch das hohe spielerische Niveau der Künstler. Schon im frischen und leichten ersten Satz der Triosonate „D-Dur Wq 151“ des Bach-Sohns ließen Sebastian Wittiber und Michael Sieg ihre Instrumente hervorragend miteinander konzertieren. Und obwohl alle vier Stimmen zusammen einen wunderschönen Klang ergaben, konnte man sie auch einzeln heraushören. Vor der Pause erklang aus der vierteiligen Werkreihe „Les nations“ von François Couperin (1668 bis 1733) der zweite Teil „L’espagnole“. Couperin bevorzugte eine fließende Melodieführung. Musik sollte mehr berühren als erstaunen. Bei den Tanzsätzen seines Werkes konnte man sich direkt vorstellen, wie dazu getanzt wurde. Dazu sind typische Charakteristika der einzelnen Tänze hier besonders ausgeprägt, wie der angeblich lateinamerikanische Ursprung der Sarabande.

Einen Kontrast im Programm bildeten die Werke von André Jolivet (1905 bis 1974) und Benjamin Britten (1913 bis 1976). Britten blieb im Gegensatz zu vielen anderen Zeitgenossen der Tonalität treu und ließ sich von den alten Meistern inspirieren. Der tolle Klang der Solo-Oboe bei Brittens „Six Metamorphoses after Ovid op. 49“ verteilte sich über den ganzen Raum. Ein sehr warmer Applaus belohnte Michael Sieg für die ausdrucksstarke Interpretation der programmatischen Musik, die plappernde Weiber oder quellendes Wasser darstellte.

Mit Bachs „Badinerie“ bedankten sich die vier Musiker bei ihrem Publikum, das restlos begeistert war.

von Mareike Bader

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