Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Ausbau der Notruf-Leitstelle zieht sich hin
Marburg Ausbau der Notruf-Leitstelle zieht sich hin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 25.02.2019
Im Gefahrenabwehrzentrum des Landkreises Marburg-Biedenkopf sollen nach den Erfahrungen im vergangenen Jahr die Kapazitäten erweitert werden. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Als Anfang August 2018 in Kirchhain ein schweres Unwetter tobte und die Wassermassen Überschwemmungen verursachten, war die Rettungsleitstelle des Landkreises überlastet. Mehr als 900 Anrufe­ gingen innerhalb kürzester Zeit im Kreishaus ein. Das war zu viel für die Leitstelle: Anrufer bekamen teilweise nur ein Besetztzeichen zu hören und drangen nicht durch, um Hilfe anzufordern.

Wenige Tage später reagierte das Landratsamt und kündigte­ an, die Rettungsleitstelle auszubauen und die Kapazitäten dort aufzustocken. Fünf Plätze­ gab es im August in der Leitstelle. Acht weitere sollen hinzukommen, sechs vom Land Hessen, zwei vom Kreis. Im Bedarfsfall soll die Kapazität darüber hinaus noch um neun ­Reserveplätze erweitert werden können.

Die neue Plätze sind noch nicht installiert

Die Kreisverwaltung hat als Zwischenlösung zwei eigene Plätze installiert, einen in der zentralen Leitstelle, einen weiteren in der IT-Leitstelle des Fachbereiches Gefahrenabwehr. Dort können zwar laufende Einsätze koordiniert werden, ­
Anrufe werden dort aber nicht entgegengenommen. Auf OP-Nachfrage teilte die Pressestelle­ des Landratsamtes mit, dass seit dem Vorfall im August alle ­Anrufer mit einem Mitarbeiter der Leitstelle verbunden werden konnten.

Mit einer kleinen Anfrage während der jüngsten Kreistagssitzung wollte der Abgeordnete Bernd Hannemann (Die Linke) vom Kreisamt wissen, wie weit der Ausbau vorangeschritten ist. Der Kreis hat die Ausstattung am 31. Dezember bestellt. Die neuen Plätze sind noch nicht installiert, notwendige Vorarbeiten bis auf die Elektroarbeiten hat der Kreis jedoch erledigt, sagte Landrätin Kirsten Fründt.

Für die Elektroarbeiten liegt erst seit einer Woche ein Angebot eines Unternehmens vor. Die Arbeiten sollen in Kürze aufgenommen werden. Das Kreisamt wartet nun noch auf das Land Hessen, das den Auf- und Umbau vornehmen muss. Zudem werde daran­ ­gearbeitet, dass eingehende ­Anrufe, die nicht vor Ort in der Leitstelle angenommen werden können, zu anderen Leitstellen umgeleitet werden, sagte Kirsten Fründt.

von Dominic Heitz