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Marburg Die Eisprinzessin mit der Elfenstimme
Marburg Die Eisprinzessin mit der Elfenstimme
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18:15 12.10.2014
Thea Hjelmeland taucht auf der Bühne in ihre eigene Welt ein: Die Songs der Norwegerin begeisterten aber auch das Marburger Publikum im Kulturladen KFZ.Foto: Vera Zimmermann
Marburg

Die Norwegerin ist mit ihrer Band in Deutschland und der Schweiz auf Tour, um ihr zweites Soloalbum „Solarplexus” zu präsentieren - oder besser: es zu „predigen”. So jedenfalls nennt es die ätherisch anmutende Sängerin. Der Ausdruck passt zu ihr und zu ihren Songs, denn wenn sie singt, wirkt sie wie in andere Sphären entrückt.

In ihrem langen weißen Glitzerkleid, ihren fast weißen Haaren und mit ihrer reduzierten Gestik wirkt sie auf den ersten Blick kühl, strahlt dann aber im Kontakt mit ihren Zuhörern eine große Gelassenheit und Heiterkeit aus. Und wenn sie ihre Songs auf der Gitarre, der Mandoline, der Ukulele oder der Zither spielt und dazu singt, sieht das Marburger Publikum eine Sängerin, die glücklich ist mit ihren Songs, ganz im Einklang ist mit sich und ihrer Musik.

Mehr noch als mit ihrem Äußeren und ihrem Habitus begeistert Thea Hjelmeland jedoch mit ihrer Stimme. Mal schraubt sie diese sicher in schwindelerregende Höhen, mal singt sie so tief, dass man meinen könnte, ihre sonst so elfenhaft-überirdische Stimme käme plötzlich aus den Tiefen einer Gletscherspalte.

Die Band - bestehend aus Schlagzeuger und Bassist - sorgt mit sphärischen Klängen für einen weiteren Baustein in der überirdischen Klangkulisse, die die Sängerin am Ende des Songs wie selbstverständlich mit einigen fast schon fröhlichen Gitarrenklängen überraschend auflöst.

Solche Überraschungen hält die Musikerin viele bereit bei ihrem Auftritt. Mal sampelt sie ihren Gesang und begleitet sich mit diesem Ausschnitt quasi selbst, mal atmen sie und ihre Musiker verstörend laut und schnell ins Mikrofon, um die beklemmende Atmosphäre des Songs „Nylons” zu verstärken.

Das Album „Solarplexus”, das Thea Hjelmeland bei ihrem Auftritt in Marburg präsentiert, ist das zweite nach ihrem Debütalbum „Oh, the Third”. Der erst 26-Jährigen wurde das musikalische Talent geradezu in die Wiege gelegt: Ihre Mutter ist Künstlerin, ihr Vater Musiker und in ihrer Jugend verbrachte sie viele Jahre in einem katholischen Musikinternat auf einer abgelegenen Insel.

Nach dem Erfolg ihres ersten Albums folgten zahlreiche Live-Performances wie beim Festival „by:Larm” in Oslo. Der erfolgreiche norwegische Künstler Jarle Bernhoft lud sie daraufhin ein, ihn einen Monat später als Gast auf seiner Europatour zu begleiten.

Ihre aktuelle Tour führt sie und ihre Band nicht nur nach Deutschland und Frankreich, sondern auch nach Kuba, wo sie vor ihrer Karriere als Sängerin einige Zeit lebte. Das Publikum am Freitag im KFZ hätte sicher nichts dagegen, wenn sie bei ihrer nächsten Tour auch wieder in Marburg Station macht.

von Vera Zimmermann

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