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Marburg Die Brüder Grimm und ihre hessische Heimat
Marburg Die Brüder Grimm und ihre hessische Heimat
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20:40 16.02.2012
Die Stadt Kassel hat Wilhelm (links) und Jacob Grimm ein Denkmal errichtet. Quelle: Archivfoto

Marburg. Geboren in Hanau, Jugend in Steinau, sowie Studium in Kassel und Marburg – die Brüder Grimm haben einen großen Teil ihres Lebens in Hessen erlebt. Darauf sind die Hessen bis heute stolz.

So auch die Marburger. Zur Eröffnung im Haus der Romantik kamen so viele, dass um Punkt 19 Uhr die Tür wegen Überfüllung geschlossen werden musste. Nach der Begrüßung durch Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach, zeigte Professor Dr. Harm-Peer Zimmermann im Eröffnungsvortrag, welche Orte in Hessen für die Grimms besonders wichtig waren und warum.

Für den Kulturwissenschaftler war der Vortrag gleichzeitig eine Art Abschiedsvorlesung. Er wird dem Ruf der Uni Zürich folgen, Marburg aber nicht ganz verlassen. Zimmermann widmete sich bei seinem Vortrag  „Marburg? - …die Stadt selbst aber ist sehr häßlich“ nicht nur den bekannten Brüdern Jacob und Wilhelm, die bis 1805 in Marburg studierten, sondern auch dem „Malerbruder“ Ludwig Emil Grimm. 1825 illustrierte er zum ersten Mal die Bücher mit den Märchensammlungen seiner Brüder.

Heimatliebe sei  für die Grimms ein großes Thema gewesen, sagte Zimmermann.  Nach Ansicht der Brüder Grimm definiere sich der Mensch durch Heimatliebe. Sie gebe ihm Antriebskraft und die Stärke, schlechte Dinge durchzustehen und eine menschliche Haltung zu entwickeln.

Als Jacob Grimm sein Studium 1802 in Marburg aufnahm, mochte er die Stadt nicht. Von ihm stammt der Titel des Vortrags. Marburg hatte für ihn zu viele enge und verwinkelte Gassen, zu viele Treppen und zu kleine Häuser. Die schöne Aussicht, sowohl von der Stadt in die Ferne als auch von der Ferne auf die Stadt blieb ihm dagegen positiv in Erinnerung.

Wer selbst Kindheitserinnerungen nachgehen möchte, kann bis zum 19. April im Haus der Romantik die Grimm-Ausstellung besuchen. Geöffnet ist die Ausstellung Dienstag bis Sonntag von 11 bis 13 und 14 bis 17 Uhr.

von Mareike Bader

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