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Marburg Die Angst vor der Ansteckung regiert
Marburg Die Angst vor der Ansteckung regiert
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21:13 18.10.2011
Dr. Erin Mears (Kate Winslet) kämpft verzweifelt gegen die Ausbreitung der Seuche. Quelle: Warner

Marburg. Seuchen sind im Katastrophenkino kein seltenes Thema. Aber anders als frühere Filme dieses Genres, die vor allem auf mörderische Bestien oder andere Grusel-Effekte setzen, inszeniert der amerikanische Regisseur Steven Soderbergh den Thriller „Contagion“ mit großer Wirklichkeitsnähe – und umso eindrucksvoller.

Temporeich gegeneinander geschnittene Erzählstränge schildern Tag für Tag den Verlauf einer todbringenden Pandemie, also einer Infektionswelle, die explosionsartig gleich mehrere Kontinente überrollt. Die Stärke dieses Science-Fiction-Films liegt in der fast dokumentarischen Darstellung der Virus-Verbreitung.

Jeder menschliche Kontakt kann tödlich sein. Auch die Geschichte dürfte einige an Medien-Bilder der jüngsten Vergangenheit erinnern, als Krankheitserreger wie BSE oder SARS Anlass zu Sorge gaben. MEV-1 heißt das Virus, das in diesem Drama viele Millionen Opfer fordert.

Der Schrecken in dem Film entsteht ganz beiläufig. Je stärker staatlich vorgegebene Quarantäne-Regeln in den Alltag der Bürger eingreifen, desto lautloser wird es an öffentlichen Plätzen. In einer beklemmenden Sequenz von Stillleben zeigt der Thriller menschenleere Orte: Flughäfen, Wartesäle, Fitness-Studios.

Die Tragödie in dem Film „Contagion“ geht unter die Haut. Wenn man den Kinosaal Richtung Toiletten verlässt, kommt man nicht umhin, die Desinfektionsmittel-Spender am Waschbecken mit anderen Augen zu betrachten.

von Franziska Bossy

Mehr lesen Sie am Mittwoch in der Printausgabe der OP.

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