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Marburg Post in Cappel wird renoviert
Marburg Post in Cappel wird renoviert
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00:16 03.01.2019
Die Postfiliale in Cappel ist zurzeit wegen Renovierung geschlossen - auf dem Plakat dazu ist ein Druckfehler zu sehen. Quelle: Ina Tannert
Cappel

Seit einigen Tagen stehen die Kunden der Cappeler Post in der Straße Zur Burgruine vor verschlossenen Türen – die Filiale wurde wegen Renovierung um Weihnachten herum geschlossen. Mehrere Wochen sollen die Renovierungsarbeiten noch andauern. Ein Plakat verweist auf die Neueröffnung, angeblich am 4. Februar 2018. Ein offensichtlicher Druckfehler, was auch die Pressestelle der Deutschen Post bestätigt: Die Filiale wird am 4. Februar 2019 wieder öffnen.

Und zwar unter neuer Leitung: Wie Alexander Böhm, Pressesprecher der Post, mitteilt, wurde der bisherige Mieter des ­Gebäudeteils und Betreiber der Poststelle von den Eigentümern gekündigt, das Geschäft indes bereits neu vermietet. Am selben Standort soll ein Copyshop eröffnen, in den ebenfalls eine Poststelle integriert wird. „Der Gebäudeeigentümer hat dem alten Besitzer gekündigt, nicht der Post“, sagt Böhm. Diese ­habe mit dem neuen Betreiber einen neuen Vertrag geschlossen. Damit verbleibt die Post in Cappel am gewohnten Standort.

Zum Betrieb einer Poststelle an einem Standort mit mehr als 2.000 Einwohnern sei die Post generell verpflichtet. Sobald das neue Geschäft renoviert und wieder eröffnet wurde, wird auch die Postfachanlage wieder in Betrieb genommen. Diese musste zeitweise wegfallen – „die Sendungen werden daher vorübergehend zugestellt, es werden aber wieder Postfächer zur Verfügung stehen“, sagt Böhm. Damit sei die Zukunft der Poststelle am Zuckerberg gesichert, was viele Cappeler freuen dürfte.

Im Zuge der vorübergehenden Schließung keimte im Stadtteil bereits der Verdacht auf, dass Cappel die Poststelle ganz verlieren würde. „Wir dachten, die Post wird komplett dicht gemacht“, berichtet ein Anwohner, der sich bei der OP meldete. Ein weiterer kritisiert die entfernten Alternativen: Ein Schild an der verschlossenen Filialtür weist auf Ersatzagenturen in der Marburger Gutenbergstraße sowie auf die Filiale­ in Niederweimar in der Alten Bahnhofstraße hin. „Für ältere­ Menschen aus dem Stadtteil mit Gehproblemen oder ohne Auto­ wird das schwierig“, findet der Cappeler. Er freue sich dennoch, dass der Standort erhalten werde.

So auch Ortsvorsteher Peter Hesse, der sich bereits, nach Nachfragen von Bürgern, mit einem möglichen neuen Standort auseinandersetzen musste. Er vermutet indes, dass der Grund, weshalb der frühere Betreiber der Poststelle das Geschäft aufgab, der Wegfall der Postbank ist. Die Postbank, die mittlerweile nicht mehr zur Deutschen Post gehört, hat den Standort aufgegeben. Postbank-Kunden müssen künftig auf Bankgeschäfte in Cappel verzichten.

von Ina Tannert