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Marburg Stadt und Kreis fordern ICE-Halt zu erhalten
Marburg Stadt und Kreis fordern ICE-Halt zu erhalten
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18:00 25.02.2019
Ein ICE Richtung Hamburg fährt in den Marburger Bahnhof ein.  Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Einstimmig hat der Kreistag in jüngster Sitzung ­einer Resolution des Kreisausschusses zugestimmt, mit welcher die Kreisverwaltung Einfluss auf die ­Verbindungspläne der Deutschen Bahn nehmen will. Mit der Resolution fordert der Landkreis die Deutsche Bahn auf, täglich mindestens drei ICE-Züge der Linie 26 über Marburg und Gießen in beide Richtungen fahren zu ­lassen. So soll eine durchgehende Fernzugverbindung zwischen Hannover, Kassel und Würzburg ­sichergestellt werden.

Zum Hintergrund: Die Deutsche Bahn plant, zwischen 2019 und 2023 die Schnellfahrt­strecke Hannover-Kassel-Fulda-Würzburg umfassend zu sanieren. Deshalb soll die ICE-Linie 26 – unter anderem vom 11. Juni dieses Jahres bis zum 14. Dezember – zwischen Kassel und Hannover ausgesetzt werden. Damit gibt es keine direkte Verbindung mehr von Hamburg in die Region Marburg und Gießen. Fahrgäste müssen in Kassel-Wilhelmshöhe umsteigen.

Auch die Bauarbeiten der Bahn zum viergleisigen Ausbau des Streckenabschnittes Frankfurt-West bis Bad Vilbel sind Bestandteil der Resolution. Hier werden schon seit 2017 die Fernzugverbindungen zwischen Frankfurts Hauptbahnhof, Gießen, Marburg und Kassel teilweise wochenlang komplett gestrichen oder die Züge über Fulda umgeleitet. Die Bahn nutze nicht die Möglichkeit, ­ICE-Züge stattdessen über Hanau umzu­leiten, heißt es in der Resolution. Dazu fordert der Kreis die Bahn nun ebenfalls auf.

Der Kreisausschuss schreibt in seiner Begründung der Resolution, dass durch das ersatzlose Streichen längerer Streckenabschnitte auf der Linie 26 dem Bahn-Fernverkehr in Mittelhessen „massiver Schaden“ zugefügt werde und der Landkreis dadurch eine „nachhaltige Schwächung der Verkehrsbedingungen“ erfahre. Den Regionalverkehr, auf den die Bahn bei Ausfällen die Fahrgäste verweist, sieht der Kreisausschuss „über Gebühr ausgelastet, wenn nicht gar überlastet“.

von Dominic Heitz