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Marburg Desbarado-Prügelei wird neu verhandelt
Marburg Desbarado-Prügelei wird neu verhandelt
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14:16 22.02.2018
Wo heute die CampusBar ist, war früher das Desbarado. Dort kam es im Jahr 2014 zu einer Massenschlägerei zwischen Türstehern und Gästen. Quelle: Wo heute die CampusBar ist, war früher das Desbarado. Dort kam es im Jahr 2014 zu einer Massenschlägerei zwischen Türstehern und Gästen.
Marburg

Ein Nasenbeinbruch, mehrere Prellungen und jede Menge blaue Flecke waren die Ergebnisse einer Schlägerei, die sich im Oktober 2014 zwischen mehreren Türstehern und Gästen des damaligen Desbarado in der Marburger Oberstadt zutrug. Vor dem Amtsgericht war im November 2016 ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 2.700 Euro verurteilt worden. Der heute 48-Jährige aus Gießen legte aber Berufung ein. Jetzt wird der Fall am Donnerstag, 22. Februar, vor dem Landgericht in Marburg neu verhandelt. Insgesamt 15 Zeugen sind dazu geladen.

Die Vorsitzende Richterin des Amtsgerichts, Katharina Blumentritt, sah es seinerzeit als erwiesen an, dass der Angeklagte eine Neustädterin beleidigt und geschlagen und ihrem Bruder die Nase gebrochen hatte. Die schlimmsten Verletzungen erlitt indes der Freund des mutmaßlichen Opfers, der nach der Schlägerei mit mehr als einem halben Dutzend Beteiligten mehrere Hämatome am Körper  hatte.
Die anderen beiden angeklagten Security-Mitarbeiter wurden damals freigesprochen.

Da ein Großteil der Beteiligten unter Alkoholeinfluss stand, konnte nicht mehr eindeutig geklärt werden, wer wann wen geschlagen hatte. „Die üblichen Widrigkeiten einer Kneipenschlägerei“, sagte Richterin Blumentritt seinerzeit.

Ebenso konnten die mutmaßlichen Mittäter nicht ausfindig gemacht werden. So soll mindestens ein weiterer Stammgast in die Schlägerei verwickelt gewesen sein. Spuren hinterließ die Prügelei nicht nur bei den mutmaßlichen Opfern: Auch zwei der Angeklagten erlitten Prellungen.

von Tobias Kunz