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Der mörderische Herbst ist eröffnet

Krimifestival Der mörderische Herbst ist eröffnet

Die Kulturvorhersage für die kommenden zwei Wochen lautet: kriminell bis mörderisch gut. Das zehnte Krimifestival ist eröffnet. Zum Auftakt las am Freitag Schauspielerin Nina Petri in Marburg.

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Bot Kostproben aus „Letzte Worte“: Die Schauspielerin Nina Petri.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg. „Letzte Worte“ lautet der Titel des neuesten Krimis von Bestseller-Autorin Karin Slaughter. Da der aber bislang nur in englischer Sprache erschienen ist, war die Lesung die Gelegenheit, gewissermaßen die ersten Worte - zumindest auf Deutsch - daraus zu hören. Und das noch dazu von derselben Frau, die auch das im November parallel zum Roman erscheinende Hörbuch lesen wird, nämlich Nina Petri.

Ein junges Mädchen stirbt und nichts an seinem Tod ist, wie es scheint: Zunächst erweist sich der gefundene Abschiedsbrief als gefälscht, dann bringt sich der vermeintliche Mörder nach seinem Geständnis im Gefängnis um und schreibt mit seinem Blut an die Zellenwand „Ich war’s nicht“. Für diesen Fall führt Karin Slaughter Krankenhausärztin Dr. Sara Linton und Special Agent Will Trent, die beide zuvor in einer jeweils eigenen Krimi-Reihe ermittelt haben, zusammen.

Nina Petri war die eigene Begeisterung bei ihrer Lesung anzumerken. Und die Besucher im Laden von Augenoptiker und Hörakustiker „Neusehland“ in der Oberstadt bekamen nicht nur den Prolog und eine Passage aus den Ermittlungen von Will Trent und Sara Linton zu hören, sondern erfuhren auch einiges über die Arbeit und das Leben von Nina Petri. Zum Beispiel, dass es Karin Slaughter selbst war, die sie zur „deutschen Stimme“ ihrer Bücher gemacht hat.

Slaughter habe sich 2008 Petris Homepage angesehen, um ihr Okay für die erste Vertonung eines ihrer Bücher durch die Schauspielerin zu geben und war derart begeistert, dass sie entschied, Nina Petri solle fortan alle ihre Bücher auf Deutsch vorlesen. Die beiden waren inzwischen auch schon gemeinsam auf Lesereise und Petri verriet, dass Karin Slaughter, auch wenn sie blutrünstige Bücher schreibe, eine äußerst nette Person sei.

Nina Petri liest Hörbücher, sie spielt Theater und ist ebenso im Fernsehen wie auch auf der Kinoleinwand zu sehen. Schon als Kind wusste sie, dass sie die Schauspielerei unbedingt und unausweichlich zu ihrem Beruf machen will, erzählte sie. „Dafür muss man aber auch brennen, sonst hält man das nicht durch mit all den Hochs und Tiefs“, so Petri. Sie sei ein „Sprachfetischist“ und nehme gern schöne Texte in den Mund. Ihre beiden Töchter, Zwillinge und inzwischen 18 Jahre alt, machten indes keine Anstalten, in ihre Fußstapfen zu treten, auch wenn sie künstlerisch begabt seien. Petri sprach auch über ihre Erfahrungen, nicht nur Schauspielerin, sondern auch alleinerziehende Mutter zu sein. „Man kriegt das nicht alles unter einen Hut, es sind eben zwei Hüte“, sagte die 49-Jährige. In ihrem Job reizen sie vor allem die Rollen mit Ecken und Kanten. Es sei einfach interessanter, einen „Kotzbrocken“ zu spielen. „So eine richtige Furie - das ist doch schön“, so Petri schmunzelnd. Die Lesung war gleichzeitig die offizielle Eröffnung des Krimifestivals, bei dem Fans des Genres bis zum 29. September noch zwei Dutzend weiterer Veranstaltungen erwartet - von der Lesung über das Krimi-Dinner bis hin zum interaktiven Theater-Event.

Das ausführliche Programm mit allen Informationen gibt es im Internet unter www.krimifestival.de

von Nadja Schwarzwäller

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