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Der Tradition verpflichtet

Kino Der Tradition verpflichtet

Der berühmte Leipziger Thomanerchor besteht seit 800 Jahren. Wie sehr Tradition verpflichtet, zeigt der Dokumentarfilm „Die Thomaner“ über die Jungen in den blau-weißen Anzügen.

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Proben, Konzerte, Schule: Tag eines Thomaners ist prall gefüllt. Dies zeigt eine neue Dokumentation, die zum 800-jährigen Bestehen des Chores entstanden ist.

Quelle: NFP

Marburg. Ein Abschied am Anfang, ein Abschied am Ende – und dazwischen ein Jahr aus dem Alltag des weltberühmten Thomanerchors aus Leipzig. Zum 800-jährigen Bestehen des Chores 2012 haben die Regisseure Günter Atteln und Paul Smaczny die Thomaner begleitet und einen abendfüllenden Dokumentarfilm produziert. „Die Thomaner. Herz und Mund und Tat und Leben“ feierte am Mittwoch in Leipzig Weltpremiere, war am Sonntag bereits in der OP-Sektmatinee zu sehen und startet am Donnerstag im Kino.

Die erzählerische Klammer der Dokumentation sind die Abschiede: Atteln und Smaczny steigen im Sommer 2010 ein, mit dem Auszug des Abi-Jahrgangs aus dem Thomas-Alumnat. Zugleich werden aufgeregte Zehnjährige gezeigt, die sich von ihren Eltern verabschieden, um in das Internat der Chorknaben einzuziehen. Mit dem Abschied des Abi-Jahrgangs 2011 wird der Film knapp zwei Stunden später enden. „Uns hat dieser Kreislauf fasziniert. Der Chor existiert seit 800 Jahren in ungebrochener Tradition: Ein Jahrgang kommt, ein Jahrgang geht“, sagt Atteln.

Den Regisseuren gelingt es, das Außergewöhnliche am Leben eines Thomaners einzufangen: die schier endlosen Proben mit dem unerbittlichen Thomaskantor Georg Christoph Biller, die Auftritte in der Leipziger Thomaskirche in den altertümlichen blau-weißen Kieler Blusen, das Leben im Alumnat, wo ein junger Thomaner „Ultimus“ genannt und von den Stuben-Älteren beaufsichtigt wird.

„Es hat uns sehr beeindruckt, wie motiviert die Jungen das große Pensum meistern, obwohl nur wenig Freizeit bleibt“, sagt Atteln. Auch wenn der Film stellenweise nachdenkliche Töne anschlägt – viele kritische Phasen aus der langen Geschichte des Chores werden nicht thematisiert: die Stasi-belastete DDR-Zeit, die Nazi-Zeit, der Umbruch der Reformation.

„Wir mussten uns beschränken“, erklärt Regisseur Atteln. „Deswegen haben wir uns bewusst dazu entschieden, voll in das heutige Leben der Thomaner einzutauchen.“

„Die Thomaner“ startet im Capitol-Center.

von Birgit Zimmermann und Uwe Badouin

Weitere Film starts lesen Sie am Donnerstag in der Printausgabe der OP und bereits am Mittwochabend auf ihrem iPad.

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