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Marburg Der Schmelz der 30er und 40er Jahre
Marburg Der Schmelz der 30er und 40er Jahre
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18:12 22.04.2012
Temperament, Charme, musikalisches Können: Die Dresdner Salondamen. Quelle: Michael Hoffsteter
Marburg

Schon allein die Kostüme der fünf Künstlerinnen stachen ins Auge: lange, samtige Kleider in plüschigem Rot, Hüte und Hütchen mit Federn und Blumen auf dem Kopf und jede Menge unechte Klunker um den Hals. Das war der Geschmack der damaligen Zeit, und auch musikalisch blieben die flotten Damen ganz dem Zeitgeist verpflichtet. Denn ebenso samtig und plüschig wie die Kostüme waren die Schlager, die die Frauen präsentierten. „Veronica, der Lenz ist da!“ tönte es von der Bühne, und Sängerin Susann Jacobi klimperte mit den Wimpern und schwang die Hüften.

In diesem Stil ging es weiter mit Liedern wie „Das gibt‘s nur einmal“ und „Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück …“. Ein Ohrwurm reihte sich nahtlos an den anderen, ein schmeichelnder Evergreen folgte dem nächsten und ließ die gefühlvolle Welt der Schlager aus den 30er und 40er Jahren lebendig werden.

Da ging es viel um Herz und Schmerz, um die Liebe und die Lust und den Frühling und wie man am besten einen passenden Ehemann ergattert. Das alles wurde nicht ohne Ironie präsentiert, dafür mit viel Schwung und Temperament - und nicht zuletzt: mit großer Sicherheit und viel musikalischem Können. Bei aller Koketterie trafen die fünf Salondamen stets den richtigen Ton und zeigten Vielseitigkeit. Cecilie Pfeiff spielte nicht nur Klarinette, sondern auch Saxophon, ebenso wie ihre Kollegin Ricarda Bambkus, die auf Cello und Kontrabass musizierte. Und selbst Susann Jacobi, die souverän moderierte und mit ihrer warmen und schmelzenden Stimme glänzte, spielte nebenbei noch Violine.

So schafften es die Musikerinnen, die Zeit der 30er und 40er Jahre zu neuem Leben zu erwecken und die Zuhörer in eine längst versunkene Welt zu entführen. Sie sorgten für allerbeste Stimmung in der Stadthalle und begeisterten das Publikum, das sich immer wieder mit stürmischem Beifall bedankte.

von Bettina Preussner