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„Der Held aus Juda siegt mit Macht“

Kurhessische Kantorei „Der Held aus Juda siegt mit Macht“

Am Sonntag führt die Kantorei der Elisabethkirche ab 18 Uhr Johann Sebastian Bachs „Johannespassion“ auf. Eine weitere Aufführung findet in Schlüchtern statt.

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Mit Freude und Eifer üben die jungen Vokalisten unter der Leitung von Nils Kuppe (am Klavier) und Cosima Friedrich (links) die Choräle in Bachs „Johannispassion“ ein.

Quelle: Helmut Rottmann

Marburg. Wir sprachen mit Bezirkskantor Nils Kuppe über das Werk. (Fortsetzung von Freitag)

OP: Herr Kuppe, Sie leiten beide Aufführungen, bei denen die Kantorei der Elisabethkirche mit dem Marburger Kinderchor singt und das Kammerorchester Marburg spielt. Was ist für sie das Besondere an Bachs erster der beiden überlieferten Passionsmusiken?

Kuppe: In der „Johannespassion“ und in der „Matthäuspassion“ werden das Leiden und der Tod Jesu Christi beschrieben. Die Besetzung der „Johannespassion“ ist kleiner, und der ausgewählte Text ist kürzer. Die „Johannespassion“ beginnt mit der Festnahme Jesu, während die „Matthäuspassion“ früher einsteigt, und zum Beispiel das letzte Abendmahl mit vertont ist. Zwei Dinge sind an der „Johannespassion“ für mich besonders wichtig: Zum einen entsteht durch die knappe Form eine große Dichte, die schnellen Wechsel zwischen Chören und Solisten fordern eine permanente Aufmerksamkeit aller Beteiligten und schaffen eine ungeheure Dramatik.
Zum anderen der Blick über das Passionsgeschehen hinaus auf Ostern. Beginnt die „Matthäuspassion“ mit „Kommt ihr Töchter, helft mir klagen“ und endet mit „Wir setzen uns mit Tränen nieder“, beginnt die „Johannespassion“ mit „Herr unser Herrscher, dessen Ruhm in allen Landen herrlich ist“ und endet mit dem Choral „Ach Herr lass dein lieb Engelein“.

OP: Es gibt vier Fassungen der „Johannespassion“ und eine korrigierte Abschrift der Urfassung. Für welche haben Sie sich entschieden?

Kuppe: Es ist interessant, die verschiedenen Fassungen zu vergleichen. zum Beispiel die Sopranarie „Zerfließe mein Herze“, deren Instrumentalbesetzung Bach immer wieder verändert hat, um in der letzten Fassung wieder zur Ausgangslösung mit Flöte und Oboe zurückzukehren. Die erste und die letzte Fassung sind von kleinen Abweichungen abgesehen fast identisch. Unsere Aufführung beruht auf der ersten Fassung, ergänzt durch die kleinen Korrekturen der erwähnten Abschrift.

OP: Die Handlung der „Johannespassion“ – wie übrigens auch der „Matthäuspassion“ – spielt auf vier Ebenen. Wer ist Ihr Favorit der erzählenden Perspektive mit den Rezitativen des Evangelisten, der handelnden Personen und der Turba-Chöre?

Kuppe: Da gibt es keinen Favoriten. Das Zusammenspiel zwischen dem Erzähler, den handelnden Einzelpersonen und dem Volk ist entscheidend. Besonders deutlich wird das in den Szenen, in denen Pilatus wechselnd mit Jesus und dem Volk spricht: Eine sehr dichte und dramatische Situation.

OP: Ihr Favorit der betrachtenden Ebene des Einzelnen in den lyrischen Arien?

Kuppe: Auch hier fällt es mir schwer, einen Favoriten zu nennen. Als ganz besonderes Stück sehe ich die Alt-Arie „Es ist vollbracht“, die direkt vor dem Tod Jesu erklingt.

von Helmut Rottmann

Mehr dazu lesen Sie in der Samstagsausgabe der OP.

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