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Der Guru der deutschen Rock-Veranstalter

Fritz Rau in Stadtallendorf Der Guru der deutschen Rock-Veranstalter

Fritz Rau ist eine Legende. Ohne ihn sähe Deutschland anders aus. In den 1960er und 1970er Jahren brachte er den Deutschen den Blues und den Rock.

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82 Jahre alt ist Fritz Rau. Die Faust reckt er in die Höhe wie damals in den 60er und 70er Jahren, als er den Deutschen den Blues und die Rolling Stones brachte.

Quelle: Michael Hoffsteter

Stadtallendorf. Auch Legenden kommen in die Jahre. 82 ist Fritz Rau inzwischen, er hat aber noch immer den Blues. „Yeah“, entfährt es ihm bei jedem Song des ausgezeichneten deutschen Bluesmusikers Biber Herrmann, mit dem er am Mittwochabend in Stadtallendorf rund 100 Besuchern seine Leidenschaft für die Musik der Afro-Amerikaner nahe bringt. Präsentiert wurde die Veranstaltung von Michael Deuker von dem Gemündener Unternehmen Depro Concert. Rau ist ein Mentor von Deuker und längst ein Freund.

Mit Witz und Charme gewährt er einen Einblick in sein Leben, in das Leben eines der größten deutschen Konzertveranstalter. Früh hat er seine Eltern verloren, wird aus einem badischen Dorf zu einer Nazi-Pflegefamilie nach Berlin verpflanzt, erliegt den Verlockungen der Nazis.

„Der Blues“, sagt er, „hat mich entnazifiziert.“ Er studiert Jura, wird Volljurist, schmeißt den Beruf, geht ins Musikgeschäft: „Die Welt hatte einen Juristen weniger und einen Kartenverkäufer mehr. Es hat ihr nicht geschadet.“

Gemeinsam mit seinem Freund Horst Lippmann präsentiert er von 1962 an die berühmtesten amerikanischen Bluesmusiker: John Lee Hooker, Willie Dixon, Howlin‘ Wolf und andere spielten 20 Jahre lang beim American Folk Blues Festival, das Lippmann und Rau aus der Taufe hoben. 1962 holten sie auch die Rolling Stones nach Deutschland. 30 Jahre lang hielt die Verbindung: Rau und Rolling Stones, daran wurde nicht gerüttelt. Dann verlor Rau die Stones an das ganz große Geld. Ein Schock. Aber bis heute rufen Mick Jagger und Keith Richards (und nicht nur sie) an jedem Geburtstag ihres großen Förderers an und gratulieren.

Nachzulesen ist seine Geschichte in der Biografie „Backstage“ - „für mich ist sie das wichtigste Buch der Welt, nach der Bibel und dem Kapital von Marx“, sagt Rau lächelnd.

von Uwe Badouin

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