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Marburg Der Froschkönig will Champagner
Marburg Der Froschkönig will Champagner
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18:02 20.08.2012
Hermine Geißler unterhielt das Publikum im historischen Rathaussaal mit einer launigen und modernen Version vom Froschkönig. Dabei fielen Wörter wie „Hey Alte“, „hochmütige falsche Tusse“ und „dumm gelaufen Schwester“.Foto: Patricia Kutsch
Marburg

Ein ganz moderner Froschkönig mit einem feministischen Ende, mythische Symbole bei Frau Holle und kreative Auseinandersetzungen mit König Drosselbart und Dornröschen: Die Frauen der Schreibwerkstatt haben eine Lesung über Frauen in Grimms Märchen organisiert.

„Hey Alte! Was plärrst du denn hier so rum?“ - das stammt nicht etwa aus einer Szene auf dem Schulhof, sondern ist der Beginn vom Märchen „Der Froschkönig“. Zumindest in der Version von Hermine Geißler.

Sie trug bei der Lesung der Schreibwerkstatt im Marburger Rathaus vor, wie der machohafte Frosch die verwöhnte Prinzessin am Brunnen sitzen sah und ihr statt einer goldenen Kugel mit den Worten „dumm gelaufen Schwester“ ihren MP3-Player aus dem Wasser fischte. Fliegen fangen ist out - der Frosch will Champagner und Schnittchen, die Prinzessin ein Schultertattoo.

Mit der modernen Version hatte Geißler zur Eröffnung der Lesung die Lacher auf ihrer Seite, vor allem als die Prinzessin den Frosch an die Wand warf, als er sich in einen Prinzen verwandelte. „Ich hab schon immer gewusst, wie man mit Kerlen umgehen muss“, begrüßte sie ihn. In Jugendsprache ausgestaltet hat auch Gunhild Gutschmidt ihre Version vom Frosch vorgetragen und den Lesenachmittag vor 30 Frauen und drei Männern abgerundet.

Dazwischen ging Barbara Holstein Seifert auf Spurensuche bei Frau Holle und verglich sie mit einer dreifaltigen Göttin aus alten Mythen. Holle als sanfte Göttin - als Holde eben - oder die weniger sanfte Seite der Göttin, die im Märchen als Frau Trude auftaucht. Aber auch als Schicksalsgöttin, Lebensspenderin und Todesgöttin. Über „Der Widerspenstigen Zähmung“ hatte Elke Therre-Staal einen Text verfasst: Sie stellte dar, wie die Widerspenstige vom König Drosselbart gezähmt wurde und setzte es in Zusammenhang zum Ehedrama von Clemens von Brentano und Auguste Bußmann.

Etwa zeitgleich zur Bearbeitung des Märchens von Wilhelm Grimm geschah dieses Ehedrama. Mit der klugen Else setzte sich Felicitas Nispel auseinander - und mit der Frage „Bin ich es oder bin ich es nicht?“.

Margit Peip stellte die Frage nach der gerechten Frage anhand von Schneewittchen und Hermine Geißler unterhielt nach dem Froschkönig mit einer neuen Version von Dornröschen.

Uta Knoop begleitete die Lesung, bei der die Frauen im Mittelpunkt standen, am Klavier. Passenderweise eröffnete sie mit „Scheherazade“ von Robert Schumann. Aber auch Stücke aus weiblicher Feder, die zur Zeit der Gebrüder Grimm entstanden, hatte sie vorbereitet - etwa kraftvolle Musik, die vom Aufbegehren spricht, geschrieben von Klara Schumann.

Ein Teil der Autorinnen hat ihre Texte für die OP-Aktion „Marburg-Grimmi“ eingesendet. Sie erscheinen in einer der nächsten Ausgaben.

von Patricia Kutsch

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