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Marburg Der Betrachter wird zum Künstler
Marburg Der Betrachter wird zum Künstler
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20:07 04.04.2012
Jan Luke präsentiert großformatige Fotos mit Motiven aus der Natur und ein Gesamtkunstwerk aus vielen Bildern seines Archivs, das die Besucher selbst mitgestalten können. Quelle: Katharina Schulz
Marburg

Jan Luke serviert in seiner Ausstellung „Search“ die Auslegung seiner Werke nicht auf dem goldenen Tablett. Im Gegenteil: Die großformatigen Fotografien an den Wänden der Brüder-Grimm-Stube tragen noch nicht einmal Titel. Denn der Besucher soll so frei wie möglich assoziieren und sich in den Momentaufnahmen der Natur auf die Suche machen. Nach was? Vielleicht nach dem Künstler in sich.

„Es ist das Moment der Veränderbarkeit, das mich fasziniert“, sagt Luke. Dieses Moment setzt er in einem interaktiven Werk um: Auf zwei Tischen sind Fotografien zufällig angeordnet. Jeder Besucher kann und soll durch Auflegen von Fotos aus dem „Search“-Archiv das Gesamtkunstwerk mitgestalten, das bis zum Ende der Ausstellung nicht verändert wird.

Ein bewusst offener  Umgang mit Materialien

Für Jan Luke ist die Ausstellung eine Möglichkeit, zu experimentieren. Seine Arbeiten zeichnen sich durch den offenen, unkomplizierten Umgang mit Materialien aus.

„Search“ ist ein offenes Projekt, für das er 2009 begann mit der Kamera auf Formensuche zu gehen. Die Formensprache der Umwelt ist seit je her sein Thema. Vier Schwerpunkte ziehen sich durch seinen künstlerischen Werdegang: Installationen, Feuerstellen, Zeichnungen und Keramiken.

Der 1980 in Frankfurt geborene Künstler hat schon als junger Mensch Nord- und Südamerika bereist. Zwei Jahre hat er bildende Kunst mit der Meisterklasse Keramik an der Hochschule für industrielle und künstlerische Gestaltung in Linz studiert. Während einer einjährigen Unterbrechung hat er im Marburger Land, der Heimat seiner Frau, eine Keramikwerkstatt aufgebaut. Parallel zur Familiengründung hat er sein Studium an der Kunsthochschule Kassel weitergeführt und 2011 mit Auszeichnung abgeschlossen.

Bisher hatte er verschiedene Einzel- und Gruppenausstellungen in Österreich, Kassel und im Raum Marburg. Seinen Installationen, Feuerstellen, Zeichnungen und Fotografien gibt er einen offenen Charakter, denn es ist gerade der offene Ausgang, der ihn fasziniert. Sein Motto: „Kunst ist frei und jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, seinen eigenen künstlerischen Anteil zu entdecken.“Er hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Lohra. „Search“ ist vom 31. März bis 15. April in der Galeria bruno p. in der Brüder Grimm Stube zu sehen. Geöffnet ist sie  Dienstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

von Katharina Schulz