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Marburg „Karriereplattform“ mit Schwächen
Marburg „Karriereplattform“ mit Schwächen
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00:17 14.01.2019
Meinhard Moog (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft, von links), Volker Breustedt (Leiter Arbeitsagentur Marburg), Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow, Burghard Loewe (stellvertretender Hauptgeschäftsführer IHK Lahn-Dill) und Dr. Frank Hüttemann (Leiter Wirtschaftsförderung des Landkreises) präsentierten das Werbebanner für das neue Karriereportal. Quelle: Andreas Schmidt
Marburg

Vergangenen Juni­ hat die Arbeitsgruppe „Wirtschaftsgeographie und Standortforschung“ der Philipps-Universität zusammen mit Landkreis, Industrie- und Handelskammern Kassel-Marburg und Lahn-Dill, Handwerkskammer Kassel, Kreishandwerkerschaften Marburg und Biedenkopf sowie der Marburger Arbeitsagentur die Ergebnisse einer Studie zur Gewinnung von Fachkräften vorgestellt. Darin wurde deutlich, dass das Potenzial in der Region unterschätzt wird. Zwar gebe es mit Uni und THM zwei Hochschulen und zahlreiche Weltmarktführer – doch das wüssten nur die wenigsten Absolventen. Und gerade die wolle man als Fachkräfte gerne in der Region halten.

Bislang nur 62 Unternehmen dabei

Um auf die Potenziale der ­Region hinzuweisen, haben die Projektpartner nun die Webseite www.deine-jobregion.de. Während der Pressekonferenz am Dienstag wurde die Seite als „Karriereportal“ angekündigt – doch in ihrer derzeitigen Ausbaustufe dürfte dieser Begriff deutlich zu hoch gegriffen sein.

Denn: Das Design der Webseite ist recht schlicht, bisher finden sich lediglich 62 Unternehmen aus dem Landkreis – und zwar als Kacheln oder Visitenkarten. Eine Karte verortet die Unternehmen im Landkreis, darüber hinaus gibt es Kurz-Infos wie Mitarbeiterzahl, Web-Adresse,­ Ansprechpartner oder – falls vorhanden – eine „Karriereseite“, also Job-Angebote der Unternehmen.

Jedoch: Bei 6 der 62 Unternehmenskarten führt das Klicken auf den Link ins Leere – im ungünstigsten Fall wurde die Seite nicht gefunden, was zu einer Fehlermeldung führte, im günstigsten Fall wurde man nach dem Fehler zumindest auf die Startseite des jeweiligen ­Unternehmens geführt.

Während des Pressetermins zur Vorstellung des Portals ­hatte Dr. Frank Hüttemann, Leiter des Fachdiensts Wirtschaftsförderung beim Landkreis, jedoch auf Nachfrage versprochen, dass die Links regelmäßig geprüft würden, um genau solche Negativ-Erfahrungen für die Nutzer zu vermeiden.

Und: Interessenten haben keine Chance zu sehen, welcher Branche die Firmen angehören oder welche Berufe es gibt. Das erfahren sie nur auf den jeweiligen Unternehmensseiten.

Unternehmen stellen sich bei "Karriereabend" vor

Immerhin können sich die ­Benutzer die Unternehmen filtern lassen – um zielgerichtet nach Möglichkeiten eines Praktikums, eines dualen Studiums, Ferienjobs oder für eine Bachelor- oder Masterarbeit zu suchen.

Doch warum fehlen so viele Unternehmen? Hüttemann erklärt, dass man die Unternehmen angeschrieben und um Rücksendung eines Frage­bogens gebeten habe – dies sei jedoch nicht in allen Fällen erfolgt. Auch Nachfragen habe nicht zum Erfolg geführt – beispielsweise hätten Personalverantwortliche um mehr Zeit gebeten, weil sie im Stress seien.

6 140,05 Euro hat die Programmierung der Webseite bisher gekostet, getragen vom Landkreis.  Nach und nach sollen weitere Firmen Einzug finden – der Eintrag ist für die Unternehmen kostenlos. Und auch eine So­cial-Media-Anbindung sei für die Zukunft geplant, um die Seite weiter bekannt zu machen. Denkbar sei auch eine Verknüpfung mit weiteren studentischen Angeboten, wie etwa der Webseite für Studienabbrecher.

  • Um die Seite publik zu machen, werden Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises am kommenden Mittwoch von 12 bis 14 Uhr im Eingangsbereich der Mensa am ­Erlenring die Webseite vorstellen. Zudem soll am Marburger Hauptbahnhof, mit Plakaten in Bussen der Marburger Stadtwerke und des Landkreises sowie mit Flyern auf das Angebot aufmerksam gemacht werden.
  •  Am Montag, 21. Januar, findet zudem der „Karriereabend“ von Landkreis und Universität ab 18.15 Uhr im Senatssitzungssaal 003 in der Marburger Biegenstraße 12 statt. Dort stellen sich die Marburger Unternehmen „weclapp“ und Novartis Manufacturing vor. Nach der Präsentation besteht die Möglichkeit, in kleineren Einzelgesprächen konkrete Fragen an die Personalverantwortlichen zu stellen.

von Andreas Schmidt