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Marburg Das traurige Leben der Lady Di
Marburg Das traurige Leben der Lady Di
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18:07 08.01.2014
Ein Leben auf der Flucht: Diana (Naomi Watts) wird von Paparazzi verfolgt.Foto: Concorde-Film
Marburg

Die Geschichte von Prinzessin Diana ist in Großbritannien auch mehr als sechzehn Jahre nach ihrem Unfalltod noch ein heißes Eisen: Als Oliver Hirschbiegels Film über die „Königin der Herzen“ im vergangenen September in London Weltpremiere feierte, brach ein Sturm der Entrüstung los. „Diana“ wurde so richtig verrissen. „Peinlich, grauenhaft, aufdringlich“, urteilte zum Beispiel die „Times“. Und im „Guardian“ hieß es: „arme Diana“. Doch es gab auch positive Stimmen.

„Diana“ ist der erste Film, der dieses Jahr die Geschichte einer glamourösen und zugleich tragischen Frauenfigur der jüngeren Vergangenheit auf die große Leinwand bringt: „Grace of Monaco“ soll im Frühjahr starten - und nähert sich mit Nicole Kidman in der Hauptrolle dem Leben des einstigen Hollywoodstars Grace Kelly und der späteren monegassischen Fürstin.

Dass der eher für sperrige Stoffe bekannte Hirschbiegel die Regie bei „Diana“ übernahm, hatte überrascht. Immerhin wurde er einst mit „Der Untergang“ über die letzten Tage Adolf Hitlers berühmt. Auch Naomi Watts als Besetzung für Diana schien eine ungewöhnliche Wahl. „Ich war von der Herausforderung fasziniert“, hatte Watts zur Weltpremiere erklärt. Diana habe unglaublich viele Eigenschaften in sich vereint: Verletzlichkeit und Stärke, unglaubliches Charisma, Weisheit, Mitgefühl, einen tollen Humor.

Hirschbiegel erzählt keinesfalls das ganze Leben der Frau, die bis heute zu den berühmtesten unserer Zeit gehört. Stattdessen konzentriert sich der in Hamburg geborene Regisseur auf die letzten beiden Jahre der Prinzessin, die am 31. August 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben kam.

Im Fokus steht Dianas Liebe zu dem pakistanischen Herzchirurgen Hasnat Khan (Naveen Andrews). Im Film wird die These vertreten, dass Diana nach der Scheidung von Thronfolger Prinz Charles erst durch die tiefe, ungezwungene Liebesbeziehung zu Khan zu sich selbst fand. Nur dadurch sei es ihr möglich geworden, ihr Engagement für den guten Zweck auszubauen - zum Beispiel für den Kampf gegen Landminen.

Die Beziehung scheitert bei Hirschbiegel schließlich daran, dass Khan nicht mit dem Medienrummel leben möchte, der Diana umgibt. Der Film folgt der Theorie des Buches „Diana - Her Last Love“ von Kate Snell, dass Diana nur deshalb eine Beziehung zu Millionenerbe Dodi Al Fayed begann, der mit ihr im Auto starb, weil sie Khan eifersüchtig machen wollte.

Ein Film über Diana - da hätten auch schnell Schmalz und Legendenbildung regieren können. Doch sowohl Hirschbiegel als auch Watts gelingt es in „Diana“ durchaus, die Ambivalenz in der Persönlichkeit der Prinzessin darzustellen. Anders als in der öffentlichen Diskussion so oft der Fall, wird sie weder einseitig positiv verehrt noch vollkommen verurteilt. So muss der Zuschauer manchmal schlucken, wenn er zusieht, wie die Fotografen-Meute Diana verfolgt. Gleichzeitig wird thematisiert, wie die Prinzessin selber die Paparazzi für sich nutzte und ihnen Tipps gab, wo sie sich aufhielt, wenn es ihr denn gelegen kam.

Interessant ist die Frage, die etwa in der Zeitung „The Independent“ gestellt wurde: Was wäre, wenn Hirschbiegels Film nicht so sehr vom Mythos Diana niedergedrückt worden wäre, sondern es einfach um ein beliebiges Paar gehen würde? Dann wäre es ein düsteres, romantisches Drama, und die Kritik vermutlich deutlich milder ausgefallen.

„Diana“ läuft im Filmkunsttheater Kammer . Außerdem starten in Marburg die Parodie „Die Pute von Panem“ und „Zwei vom alten Schlag“ (mehr über diesen Film lesen Sie in der Freitagsausgabe der OP.

von Britta Gürke

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