Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg „Das ist für mich wie ein Urlaub in der Karibik“
Marburg „Das ist für mich wie ein Urlaub in der Karibik“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:31 23.07.2010
Birgit Hüttemann-Holz aus Detroit zeigt, wo sich die „lyrische Stelle“ ihres Bildes befindet. Quelle: Carsten Beckmann

Marburg. Birgit Hüttemann-Holz lebt als freischaffende Malerin im US-amerikanischen Detroit und hat als Teilnehmerin der Marburger Sommerakademie wahrscheinlich die weiteste Anreise. Nicht zum ersten Mal nimmt die Wahl-Amerikanerin an einem der Kurse teil: „Ich hatte in Marburg Philosophie, Pädagogik und Neuere Deutsche Literatur studiert und schon früher an der Sommerakademie teilgenommen.“ Beschäftigte sich Birgit Hüttemann-Holz damals noch mit Gesang und Kabarett, lässt sie sich jetzt von András Ernszt aus dem ungarischen Pec Tipps für die abstrakte Malerei geben.
Der Dozent ist zum zweiten Mal dabei und er zeigt seinen 18 Schülerinnen und Schülern, dass es zwei Wege zur Abstraktion gibt: „Einer kommt vom Gegenstand und einer direkt aus dem Kopf.“
Ernszt selbst malt abstrakte Bilder, bezieht seine Inspiration aus Mustern, die ihm die Natur vorzeichnet: „Daraus schaffe ich Räumlichkeit und Rhythmus.“

Die Natur, die Dr. Wolfgang Hecker die Muster für seine Arbeit vorzeichnete, fand der Politologe im belgischen De Panne: Himmel, Strand, Meer. Jetzt versucht der Ruheständler, den Schritt zur Abstraktion zu vollziehen, Wolken, Wasser und Himmel mit neuen Strukturen zu versehen: „Die abstrakte Malerei ist so mein Ding“, sagt Hecker, der seit zehn Jahren künstlerisch tätig ist: „Ich habe bisher immer so ein wenig autotidaktisch herumdilettiert.“ Doch jetzt will er zwei Wochen am Stück möglichst viel lernen, neue Techniken ausprobieren, neue Inspirationen sammeln: „Das ist für mich wie ein Urlaub in der Karibik.“

Während Wolfgang Hecker auf der Tischtennisplatte im Hof des Philippinums an seinem Werk feilt („auf der Platte trocknet das besser“), entdeckt Birgit Hüttemann-Holz „lyrische Stellen“ auf dem Bild, an dem sie gerade arbeitet – kleine Strukturen inmitten kräftiger Farben: „In Farben denke ich sowieso – hier lerne ich, wie wichtig es ist, Gewohnheiten aufzugeben, ,sein zu lassen‘ und in Brüchen zu denken.“

von Carsten Beckmann

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Samstagsausgabe der OP.